Pat To Yan
Bis ans Ende ihrer Tage

Pat To Yan
© Max Zerrahn

Originaltitel: Happily ever after nuclear explosion

1 Dame, 1 Herr

UA: Bayerisches Staatsschauspiel
24.06.2018
Regie: Mira Stadler

Synopse

Kenneth ist dreizehn Jahre alt, sieht aber aus wie dreißig. Er liebt Bücher aus der Bibliothek und saftiges Steak. Wenn er den Mund öffnet um zu sprechen, kommt kein Laut mehr aus ihm heraus, nur ein heftiger Würgereflex. Das Sprechen übernimmt jetzt seine große Schwester Charmaine, sie berichtet uns von der Katastrophe und dem Leben danach: Was von der Regierung zunächst als Störung in einem Elektrizitätswerk ausgegeben wird, erweist sich als nuklearer Gau. Flugtiere taumeln gegen Gebäude, die Haut der Menschen dunkelt ein, das Internet bleibt tot. Die Stadt wir evakuiert, Charmaine, Kenneth und ihre Mutter kommen zunächst in ein Auffanglager, dann in das neue Sozialviertel einer neuen Stadt. Die Mutter stirbt an den Folgen der Verstrahlung. Um der Traurigkeit und sozialen Ausgrenzung etwas entgegen zu setzen, fassen die Geschwister einen radikalen Entschluss: Sie gehen zurück in ihre Heimatstadt, in die evakuierte »Zone«. Dort, im Epizentrum der Katastrophe, in der menschenleeren Geisterstadt, tut sich eine ungeahnte Freiheit auf.
In Charmains Monolog, der von Kenneth’s lautlos intensiver Präsenz begleitet wird, erfindet der Autor Pat To Yan in seiner eindringlichen Sprache eine utopisch-aufregende Neubenutzung der Stadt. Naturverbunden, entschleunigt, in Einklang mit den marginalisierten Lebenden und den Toten.

Bis ans Ende ihrer Tage hat Pat To Yan im Rahmen von Welt/ Bühne 2018 am Residenztheater München geschrieben, wo fünf internationale DramatikerInnen präsentiert werden.

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