Sam Max
Zaun

Sam Max
© Anton Novoselov

NEU

Originaltitel: Coop

6 Darsteller:innen

UA: frei zur UA

Synopse

Avery ist jung und offen und zu allem bereit, aber die Welt wird vor ihr weggesperrt. Sie weiß nicht, dass es gleichaltrige Menschen gibt. Ein hoher, hölzerner Zaun umfasst das Gehöft ihrer Eltern. Ihre einzige Verbindung zur Außenwelt ist ihr Onkel, der mit seinem Truck bisweilen wegfährt, um Besorgungen zu machen. Er bringt ihr kleine Geschenke mit. Im Taschenlexikon begegnen ihr Wörter, die von einer unfassbaren Dimension der Welt zeugen. Auch als ihr Onkel sich das Leben nimmt, treffen sie sich weiterhin, nachts auf der Terrasse. Sie bringt ihn dazu, aus einem Haufen von Erinnerungen einige hervorzuziehen, um Avery von ihr selbst zu berichten und von dem, was geschehen ist.Tagsüber ist Avery in die streng organisierte Welt der Eltern eingespannt. Rituale, die sich vollkommen mit dem Jetzt begnügen, das Wenige umhegen, Veränderungen abwehren. Auch bei ihrer Tochter soll jede Entwicklung verhindert werden. Als Avery durch eine brüchige Stelle im Zaun den Mann vom Lieferservice kennenlernt, tut sich für sie ein Handlungsspielraum auf. Sie fordert ihn auf, ihre Eltern umzubringen.

Sam Max gelingt es in seinem außergewöhnlichen Debütstück, eine spannende, atmosphärisch packende Geschichte nichtlinear zu erzählen, indem er zwei Realitätsebenen fließend miteinander verschränkt: die sprachrhythmisch choreographierte, in sich geschlossene Alltagsrealität mit einer pararealen Welt. Hier kommen Erinnerung, Tod und Traum zusammen und werden zu einem poetischen Raum, der Begegnungen überhaupt erst ermöglicht. Mit einer nonbinären oder transmaskulinen Hauptfigur im Zentrum erzählt Zaun die Geschichte einer sozialen Isolation. Und davon, was passiert, wenn die geistige und sexuelle Entwicklung eines Menschen von anderen definiert wird.

Erste öffentliche Präsentation auf dem Berliner Stückemarkt des Theatertreffens 2020, der, um ein Jahr verschoben, im Mai 2021 stattfinden wird.

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