Dominik Busch
Das Recht des Stärkeren

Dominik Busch
© Max Zerrahn

NEU

Auftragswerk für Theater Basel

1 Dame, 4 Herren

UA: Theater Basel
18.01.2018
Regie: Felicitas Brucker

Synopse

Nadja, eine junge Dokumentarfilmerin, dreht im Norden von Kolumbien einen Film über die Umsiedlung eines Dorfes am Rande einer großen Steinkohlemine. Im Zuge der Dreharbeiten wird sie Zeugin von Vertreibung und Mord. Der Film findet seine Protagonisten aber auch in Europa: Hier sitzt der multinationale Konzern, der die Steinkohle abbaut und dafür viel in Bewegung setzt: ganze Dörfer, ihre Bewohner und tausende Tonnen an Erdmassen. Nadjas Vater Erik ist Chef des Rohstoffkonzerns. Wegen persönlicher und politischer Differenzen geht Nadja ihrem Vater seit Jahren aus dem Weg – nun sucht sie ihn in seinem Anwesen auf, um ihn zur Rede zu stellen. Denn in Kolumbien hat sie den idealen Zeugen gefunden: Àlvaro ist bereit, den Bann aus Gewalt und Verschwiegenheit zu brechen und in Nadjas Film auszusagen. Im Film spricht er über die Zusammenarbeit zwischen dem Konzern von Nadjas Vater und der Gruppe, die das Gebiet paramilitärisch kontrolliert. Aus diesen Erzählungen bezieht der Dokumentarfilm seine politische Sprengkraft. Als Àlvaro und seine Familie bedroht werden, zieht dieser völlig überraschend seine Aussage zurück. Nadja weiß: Lässt sie die anstehende Filmpremiere zu, riskiert sie sein Leben; zieht sie aber den Film zurück, kapituliert sie künstlerisch und politisch.

Wie schon in Das Gelübde gelingt es Dominik Busch auch in seinem neuen Stück, eine Gewissensfrage mit privater und politischer Dimension zu stellen und dramatisch immer weiter in die Eskalation zu treiben. Wie weit gehen wir für unsere politischen Überzeugungen? Entscheiden wir uns im Zweifel für unsere private oder für die gesellschaftliche Verantwortung? Gibt es strukturelle Gewalt, die nur mit körperlicher Gewalt beantwortet werden kann? Wie handeln, wenn nicht das eigene Leben, sondern das von Verwandten zur Zielscheibe wird? Dominik Buschs klare, konzentrierte und rhythmische Sprache verbindet gekonnt präzise Dialoge mit prosaischen Szenen, in denen er die Welt durch den Filter der Selbstwahrnehmung seiner Figuren verhandelt.

Pressestimmen

Der Text entwickelt »in der feinen rhythmischen Diktion des famosen Ensembles einen fiebrigen Groove, mit dem die Diskurse eine enorme Intensität gewinnen, sowohl intellektuell wie emotional.« (die deutsche Bühne, 8.3.2019, Inszenierung am Theater Oberhausen)

»Regisseurin Marie-Sophie-Dudzic setzt komplett auf die Kraft der Worte. Denn die Sprache des Polittheaters Das Recht des Stärkeren von Dominik Busch birgt weit mehr als Agitation und Propaganda (…) Sie ist durchaus poetisch, immer variabel und bisweilen auch hintergründig (…) Im Publikum herrscht atemlose Stille, da gibt es keine Lacher, kein Zwischenapplaus, nur konzentriertes Zuhören.« (Neue Westfälische, 18.3.2019, Inszenierung am Theater Paderborn)

»Busch begegnete seinem dramatischen Sujet mit einem undramatischen Formalismus (…) Jan Neumann inszenierte dieses Stück der inneren Monologe und knappen Dialoge ganz ruhig und zurückgenommen«. (Thüringer Allgemeine, 8.4.2019, Inszenierung am Deutschen Nationaltheater Weimar)

»Da in Weimar nicht so gut gesprochen wird wie in Paderborn, wo nicht so gut gespielt wird wie in Oberhausen, wo sinnbildlicher argumentiert wird als in Weimar und sich die Wortkunst als politisch prägnanter erweist als in Paderborn – ist Fiedlers Inszenierung die Siegerin unseres kleinen Aufführungsvergleichs, mit dem Recht des szenisch Stärkeren.« (Die deutsche Bühne, 6/19)
 

Das Recht des Stärkeren von Dominik Busch am Theater Oberhausen

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