Dominik Busch
Die Beflissenen

Dominik Busch
© Max Zerrahn

1 Dame, 1 Herr, 1 Chor, Besetzung variabel

UA: Frei zur Uraufführung

Synopse

Ein Auftrag, kurz vor Feierabend, der durchtelefoniert wird, an die Köchin und an den Chauffeur: Der Kunde ist durch ein unverhofftes politisches Machtwort freigesprochen. Er ist im Anflug, mit dem Hubschrauber. Er will feiern. Er braucht ein Sieben-Gänge-Menü, er braucht die exotische Zigarre seiner Wahl. An die Arbeit!
Die Köchin und der Chauffeur sind ein Paar. Und sie machen sich an die Arbeit. Einen Kunden von diesem Kaliber zu enttäuschen, kann sich keiner leisten.
Countdown läuft. Zuhause wartet ihre kleine Tochter, betreut von der Babysitterin. Sie wartet auf ihre Eltern. Und muss lange warten, denn die Babysitterin verlässt das Haus, nicht bereit, bezahlte Überstunden zu leisten. Ein Knaben-Chor von Hotel-Boys tritt auf und zwingt die Köchin und den Chauffeur dazu, dieses Albtraum-Szenario zu reproduzieren. Er bringt die beiden zum Sprechen und erinnert sie daran, dass sie dienstbeflissene Befehlsempfänger sind auf der unteren Ebene der von Kapitalflüssen gesteuerten Arbeitshierarchie.

Dominik Busch setzt diesen Chor gekonnt als subtile Hauptfigur der Beflissenen ein: Er wird zum Systemträger und zur ironisch kritischen Kommentarstimme in einem. Dieser Chor weiß viel und stellt Fragen und bettet die konkrete dramatische Handlung ein in ein politisches Hintergrundrauschen: über gigantische Rohstofffirmen in idyllischen Steuerlandschaften, über die Anziehungskraft perfekter Infrastruktur und die stumme Diskretion einer Dienstleisternation. Dominik Busch entwirft mit den Bef lissenen ein konzentriertes Szenario, in dem greifbar wird, wie psychologisch motivierte Entscheidungen und das Dienstleistungsverständnis von arbeitenden Menschen mit Richtungsentscheidungen auf der globalisierten politischen und wirtschaftlichen Ebene zusammenhängen.
Der Autor entstammt selbst einer Hoteliers-Familie in einem Dorf der Zentralschweiz und kennt die harten, entgrenzenden Arbeitsbedingungen dieses Gewerbes. Er fokussiert diesen Bereich beispielhaft, um nach der Rolle und Haltung zu fragen, die ein wohlhabendes Land wie die Schweiz einnimmt, um Investoren und einflussreiche Privatleute ins Land zu locken.

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