Miroslava Svolikova
die hockenden

Miroslava Svolikova
© Max Zerrahn

NEU

Besetzung variabel

UA: Burgtheater Wien
13.04.2016
Regie: Alia Luque

Deutsche EA: Schauspiel Leipzig
15.04.2016
Regie: Mirja Biel

Synopse

Sie hocken in Pfützen, im Moder, in einer Mulde, und schwer ist es ihnen, sich daraus zu erheben. Sie waren immer schon da und sind es noch. Und gut, dass es sie gibt, sonst wüsste man nicht, was geschieht, auch wenn nichts geschieht, so braucht es doch jemanden, der davon erzählt. Das tun sie. Vielleicht haben sie mal auf dem Boden gestanden, aber jetzt sind sie eingesunken, und nur nah an der Erde finden sie noch Halt. Und in den Kneipen. Dort ist auch noch Platz für sie. Auch wenn die Kneipen ab und zu brennen. Das tun sie nicht selten. Doch was soll’s, schnell werden die Kneipen wieder aufgebaut, und dann brennen sie wieder, jahraus, jahrein. Manchmal stehen sie dabei und schauen, manchmal gehen sie auch weg. Sie kennen das schon. Kein Grund zur Sorge.
Doch es gibt einen, der läuft, einen, der an die Kneipen pisst und dann weggeht. Er ist besonders, er ist anders, das haben sie schon immer gewusst. In ihn setzen sie all ihre Hoffnungen. Er soll ihnen sagen, was die Zukunft bringt. Sie setzen sich zu ihm, wenn er in der Kneipe den Kopf auf die Arme stützt. Er soll ihnen erzählen. Aber er tut es nicht. Er schweigt. Er will nicht sprechen. Er trinkt.
Und einer hat’s vorausgesehen, dass dies nicht der Heilsbringer sein wird. Ein Alteingesessener. Jeder Schritt ist ein Schritt zu weit an diesem Ort, sagt er. Keiner darf den hier tun. Er durfte es auch nicht. Und so ist er stehen geblieben, hat sich hingehockt und legt sich nun nieder. Und bleibt, wo er schon immer war.

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