Cristin König
Lila und Fred

Cristin König
© Max Zerrahn

NEU

nach Kabale und Liebe von Friedrich Schiller

2 Damen, 3 Herren

UA: Theater WalTzwerk
19.11.2020
Regie: Sarah Rebecca Kühl

Findet zu diesem Zeitpunkt nicht statt

Synopse

Lila und Fred sind jung und verrückt verliebt ineinander, Mittelpunkt der Welt. Aber die Welt spielt nicht mit. Weil sie aus mindestens zweien zu bestehen scheint, einer mit Geld und einer ohne Geld. Freds Vater will seinen Sohn dazu bringen, durch eine Geldheirat sein Unternehmen zu retten. Er instrumentalisiert dafür seinen Assistenten Kranz, der selbst gerne mit Lila liiert wäre und Fred dazu bringen soll, sich von Lila zu trennen. Kranz‘ Druckmittel ist Lilas Vater, ein erfolgloser Musiker, der jetzt als Hausmeister arbeitet und dringend Geld für eine Operation benötigt. Komm, lass uns abhauen, sagt Fred zu Lila. Aber das patriarchale Gefüge aus Machtanspruch, verletzter Eitelkeit und sexuellem Besitzanspruch, aus dem selbst die lebenserfahrene und finanziell unabhängige Milla nicht konsequent auszusteigen weiß, bleibt unüberwindbar und Lilas Verhängnis. Und ihr Geliebter bleibt ihr Mörder.

Cristin König übernimmt den so durchkomponierten wie kunstvoll intriganten Handlungsverlauf von Schillers jugendlichem Sturm-und-Drang-Stück und erzählt die Figuren dabei neu und überraschend gegenwärtig: Durch eine assoziative, in der Hitze der emotionalen Gefechte flirrende Sprache werden die Figuren in rauschhafter Schnelligkeit dem Plot ausgeliefert – und damit den Strukturen von Klassismus und patriarchaler Dominanz, in denen sie noch immer festsitzen.
Bis heute ist die Gefahr für Frauen zwischen 15 und 45, durch männliche Gewalt zu sterben oder verstümmelt zu werden, weltweit größer als dies bei Krebs, Malaria, Krieg oder Verkehrsunfällen zusammengenommen der Fall ist.