Sam Max
PIDOR und der Wolf

Sam Max
© Anton Novoselov

NEU

Originaltitel: PIDOR and the Wolf

Mind. 6 Darsteller:innen und ein Chor/ eine Band

UA: frei zur UA

Synopse

Der Komponist und Autor Sergej Prokofjew hat mit Peter und der Wolf ein musikalisches Märchen geschaffen, das von Russland aus weltweit ins kollektive Kindheitsgedächtnis eingewandert ist. Darin besiegt das Kind Peter mit seiner Furchtlosigkeit und Klugheit den bedrohlichen Wolf. Sam Max aktiviert unsere kindliche Erinnerung und erfindet die Geschichte neu in einem thematisch konkreten, politisch zugespitzten Erzählraum. »Pidor« ist auf Russisch ein diskriminierender Ausdruck für homosexuelle Menschen.

Peter, ein erwachsener Mann, verlässt spätabends das Haus der Familie. Nicht ohne zu zögern, aber magnetisch angezogen von der Stadt, wo ein Mann ihn erwartet. Doch das Sexdate erweist sich als Falle: Dieser Wolf spürt mit perfidem Geschick Homosexuelle auf, um sie der homophoben Regierung auszuliefern. Statt wie geplant bei Tagesanbruch zurück zu sein, um mit seiner Frau den 8. Geburtstag ihres Sohnes zu feiern, landet Peter in Haft – wo er seine Jugendliebe, den Musiker Ilya, wieder trifft.
Hauptbeobachter dieses Doppellebens ist Peters Sohn. Er ist im Stück zweifach präsent, als 16-jähriger Erzähler und als achtjähriges Kind, das mit der Mutter allein im Haus und im Leben zurückbleibt, nachdem der Vater verschwunden ist.
Peters Frau, zutiefst verletzt, wehrt sich, indem sie den Wolf zu ihrem Verbündeten macht. Am 16. Geburtstag von Peters Sohn kommt es zum familiären und öffentlichen Showdown in einer Bar, wo sich alle nach langer Zeit wieder begegnen.

 Dass der Theaterautor Sam Max auch Musiker und Bühnenbildner ist, wird in PIDOR sinnlich spürbar. Dem Text ist eine Band mit eingeschrieben, die das Geschehen dicht und motivisch begleitet. Im ständigen Wechsel zwischen Innen- und Außenperspektiven erschafft der Autor atmosphärische und poetische Räume, die auf die Figuren abfärben. Zugleich switchen auch die Figuren selbst zwischen distanzierter Selbstbeobachtung und dialogischem Handeln hin und her. Sam Max aktiviert das Theater in all seinen Dimensionen.

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