Anne Jelena Schulte
Sterne schießen

Anne Jelena Schulte
© Max Zerrahn

NEU

Eine theatrale Recherche zum Norddeutschen Lloyd

UA: Stadttheater Bremerhaven
12.05.2018
Regie: Ulrich Mokrusch

Synopse

»Beim Lloyd, wenn wir zum Heuerbüro gegangen sind, konnte man sich halbwegs noch das Schiff aussuchen: – Wo willst du denn hin? Demnächst kommt die Schwabenstein, willst du da rauf? – Wo geht die denn hin? – Na, sagt der, nach Fernost. – Ist in Ordnung!«

Dreißig Jahre nach der Stadtgründung Bremerhavens liefen 1857 die ersten Schiffe des Norddeutschen Lloyd von hier nach New York, Baltimore und New Orleans aus. Wenig später expandierte er zur zweitgrößten Reederei der Welt. Heute ist Bremerhaven die ärmste Stadt Deutschlands, die Reederei abgewickelt und mit ihr ein wichtiger Teil des Selbstverständnisses einer Stadt und ihrer Bewohner. Anne Jelena Schulte hat in Bremerhaven Gespräche geführt mit ehemaligen Seeleuten und ist selbst auf einem Frachtschiff mitgefahren. In ihrem Stück für das Stadttheater Bremerhaven stellt sie Aufstieg und Fall der Reederei unter globalisierten Bedingungen ins Zentrum. Und erzählt von einer schwimmenden Welt in der Welt.

»Das hieß immer Gottes Eigene Reederei. Ich hab das ja selbst erlebt, ich hab ja angefangen beim Lloyd. Die waren so was von arrogant, diese Klassengesellschaft. Ganz oben der Kapitän und die Offiziere, dann kamen die Unteroffiziere, die Schiefs, und dann kam der Mittelstand, das waren wir Assis, nich, und dann kam die Mannschaft, nich, das war das Allerletzte. Dann kamen noch die Matrosen, und dann ganz unten Heizer, Schmierer, Motorenwärter, das waren so, na ja. Und dann kam die Bedienung, Stewards, die spielten überhaupt keine Rolle. Die haben wir sogar verachtet. Aufwäscher, das war das Allerletzte. Gerad beim Lloyd.

Sterne schießen. Eine theatrale Recherche zum Norddeutschen Lloyd ist eine Stückentwicklung für das Stadttheater Bremerhaven.

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