Seneca
Thyestes

Originaltitel: Thyestes

Deutsche EA: EA der Neuübersetzung: Nationaltheater Mannheim
12.05.2001
Regie: Laurent Chétouane

Synopse

Rache! Atreus’ einziger Gedanke. Rache! an seinem Bruder Thyestes. der hat ihn mit seiner eigenen Frau betrogen, hat ihm das Goldene Vlies geraubt, ihm den Königsthron genommen und ihn zum Verbannten gemacht. Jupiters Hilfe erst ließ Atreus seine Herrscherwürde zurückgewinnen. Nun ist Atreus zwar König und Thyestes verbannt, aber dennoch, Rache! bleibt Atreus’ Gedanke, und die Rache des Tantaliden wird schrecklich sein: Zum Schein verzeiht Atreus seinem Bruder, lockt Thyestes in sein Königreich, mordet dort dessen Kinder und setzt sie ihrem eigenen Vater zum Mahle vor. Ob dieses Frevels gegen alle Menschlichkeit wird die Sonne ihren Lauf umkehren, wird am hellichten Tag die Nacht aufziehen, werden die Sterne sinken und die Welt in ihr uranfängliches Chaos stürzen. »Es zittern, zittern die Herzen, von großer Furcht durchbebt: daß in schicksalhaftem Einsturz das All erschüttert wanke und abermals über Götter und Menschen komme das gestaltlose Chaos, daß abermals Erde, Meer und Feuer und die kreisenden Gestirne des sternenbestickten Firmamentes die Natur überflute. Finden wird sich, in einem einzigen Abgrund versammeln, der Götter Schar. Wir aus so vielen Geschlechtern sind ausersehen, daß uns, aus seinen Angeln gehoben, das Weltall begrabe?«