Annalena Küspert, Konstantin Küspert
GRNDGSTZ

Annalena Küspert
© Max Zerrahn

NEU

UA: Frei zur Uraufführung

Synopse

Der Zweite Weltkrieg ist vorbei: England, USA, Russland und Frankreich halten Deutschland in Schach, »der typ isn bully«. Aber die anderen Staaten können Deutschland nicht ewig am Boden fixieren. Und Deutschland gelobt Besserung: »ich mach nix. nix, ehrlich. irgendwann vielleicht wirtschaftswunder.« 1949 folgt die Ratifizierung des Grundgesetzes, vor dem Hintergrund der jüngsten deutschen Geschichte und dem Holocaust heißt der erste Artikel: »Die Würde des Menschen ist unantastbar.«
In Annalena und Konstantin Küsperts GRNDGSTZ , das Spielszenen mit Reden von Carlo Schmidt kollagiert, treten zahlreiche Figuren auf, die etwas zum Grundgesetz zu sagen haben. Neben Carlo Schmidt, der die Feierlichkeiten zu 70 Jahren Grundgesetz moderiert, und Norbert Lammert auch beispielsweise Gott. Er liefert in seinen drei Monologen »Gott erklärt was« die interessantesten Details zum Grundgesetz und zu seiner Entstehung. In einer anderen Szene rasseln in der Schlange vor der Toilette Kunstfreiheit und Persönlichkeitsrecht aneinander, früher waren sie ein Paar, und können ihren Zwist wieder nicht beilegen. Paragraf 16 schließlich, der einst Recht auf Asyl gewährte, verwandelt sich in einer anderen Szene röchelnd in einen Zombi. Paragraf 18 schließlich sitzt bei Sigmund Freud auf der Coach und beklagt folgende Kränkung: »sie wurden nie, wie haben sies genannt, angewendet?«
Küspert & Küspert haben aus einem gewichtigen und komplexen Gegenstand herrlich komische Szenen entwickelt. Bei aller vordergründigen Leichtigkeit  des  Spielmaterials  ist  immer  spürbar:  Hier  geht  es  um  etwas,  das  Grundgesetz ist nichts Selbstverständliches, es wird auch heute angegriffen, gehört diskutiert, geschützt.

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