Wolfram Höll
Und dann

Wolfram Höll
© Max Zerrahn

Besetzung ad libitum

UA: Schauspiel Leipzig
04.10.2013
Regie: Claudia Bauer

Synopse

»Vier Plattenbauten / drei Verlierlinge / zwei Kinder / ein Vater«, so könnte das Inventar aussehen dieses außergewöhnlichen Theatertextes. Es ist ein Rückblick auf eine Kindheit in einem ostdeutschen Neubaugebiet, der um Verlusterfahrungen kreist: den Verlust der Mutter, eines Landes, einer sozialen Rolle. Hölls Sprache ist lyrisch, rhythmisiert, und in seinem Sprachfluss ist eine Erzählung eingebettet, die durch die Perspektive des kindlichen Erzählers gekennzeichnet ist. Der Junge versucht, Begriffe erfindend, die Phänomene seiner Umgebung sprachlich zu fassen: Das Funkgerät des Vaters, die Plattenbauten und die Hausfassade gegenüber, an die der Vater Filme projiziert und die Erinnerung an die Mutter lebendig hält. Bis der älteste Sohn eine Entscheidung trifft.

 

»Das Kind spricht, es erzählt und zählt die Plattenbauten, die großen Steine am Spielplatz, die Stockwerke und Klingelknöpfe, und ehe man sich’s versieht, ist man gefangen in einer Arithmetik des Verlustes, macht einen die Zahl traurig, verweist eine Drei immer auf die Vier, die leider nicht ist, und leidet die Zwei an der Drei, am Fehlen der Eins. Das Kind zählt, und kein Abzählreim ist zur Hand, der die Abwesenheit ungeschehen machen und das Verlorene zurückholen könnte, weil auch der Kinderreim an der Grenze des »und raus bist du endet«. Selten hat mich ein Text so traurig berührt und in seiner klugen Zartheit so froh gemacht.«
(Ewald Palmetshofer über Und dann, Auszug aus einem Originalbeitrag für die Theatertreffen Stückemarkt Broschüre 2012)
»Claudia Bauer gelingt es, unter diesem grandiosen Text eine dramatische Ebene einzuziehen, die ihn nicht nur bebildert oder in Aktionismus auflöst, sondern ihn albtraumhaft räsonieren lässt. (...) Bauer zeigt eine dämonische Kinderwelt, in der sich Wahrnehmung und Vorstellung durchdringen und wechselseitig verformen.«
(Peter Korfmacher in der Leipziger Volkszeitung über die Uraufführung am 4. Oktober am Schauspiel Leipzig durch Claudia Bauer)

 

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Trailer zu »Und dann« von Wolfram Höll, am Schauspiel in Leipzig

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