Hannah Arendt
© Fred Stein
1906
14. Oktober: Hannah Arendt wird in Linden bei Hannover als einziges Kind des Ingenieurs Paul Arendt und seiner Frau Martha (geb. Cohn) geboren; beide Eltern sind aus Königsberg stammende Juden.
1909
Umzug der Familie nach Königsberg.
1913
Tod des Vaters (Martha Arendt heiratet 1920 den Witwer Martin Beerwald).
Besuch des Mädchengymnasiums in Königsberg.
1924
Abitur in Königsberg. Beginn des Studiums der Philosophie (Hauptfach), protestantischen Theologie und griechischen Philologie an der ...
1906
14. Oktober: Hannah Arendt wird in Linden bei Hannover als einziges Kind des Ingenieurs Paul Arendt und seiner Frau Martha (geb. Cohn) geboren; beide Eltern sind aus Königsberg stammende Juden.
1909
Umzug der Familie nach Königsberg.
1913
Tod des Vaters (Martha Arendt heiratet 1920 den Witwer Martin Beerwald). – Besuch des Mädchengymnasiums in Königsberg.
1924
Abitur in Königsberg. – Beginn des Studiums der Philosophie (Hauptfach), protestantischen Theologie und griechischen Philologie an der Universität Marburg, unter anderem bei Martin Heidegger und Rudolf Bultmann.
1925
Studienortwechsel nach Freiburg und Heidelberg, wo Arendt bei Edmund Husserl und Karl Jaspers studiert.
1926
Arendt lernt Kurt Blumenfeld kennen, den Präsidenten der Zionistischen Vereinigung für Deutschland.
1928
Promotion zum Dr. phil. in Heidelberg bei Karl Jaspers.
1929
Arendts Dissertation Der Liebesbegriff bei Augustin erscheint in Buchform. – Heirat mit Günther Stern (Günther Anders).
1930
Arendt beginnt ihre Forschungsarbeit über deutsch-jüdische Assimilation am Beispiel Rahel Varnhagens. – Erste Publikationen als freie Autorin.
1933
Juli: Verhaftung durch die Gestapo in Berlin. – Nach der Freilassung flieht Hannah Arendt mit ihrer Mutter ins Exil nach Paris.
1933
Beginn des Pariser Exils (bis 1940).
1935
Arbeit für zionistische Organisationen, vor allem zur Rettung jüdischer Kinder. – Arendt lernt Walter Benjamin kennen.
1936
Arendt lernt Heinrich Blücher kennen.
1937
Aberkennung der deutschen Staatsbürgerschaft. – Scheidung von Günther Stern.
1940
Januar: Heirat mit Heinrich Blücher. – Fünfwöchige Internierung als »feindliche Ausländerin« im Lager Gurs (Südfrankreich), aus dem Arendt fliehen kann. – Wiedersehen mit Blücher und Freunden in Montauban.
1941
Flucht in die USA. – Mai: Ankunft per Schiff aus Lissabon in New York, gemeinsam mit Heinrich Blücher. – Beginn der Tätigkeit als politische Journalistin, unter anderem bei der deutschsprachigen Emigrantenzeitung Der Aufbau.
1944
Arendt lernt Mary McCarthy kennen.
1946
Beginn einer zweijährigen Tätigkeit als Mitarbeiterin des Schocken-Verlages in New York.
1948
28. Juli: Tod der Mutter. – Die Sechs Essays erscheinen.
1949
Geschäftsführerin der Jewish Cultural Reconstruction (bis 1952). – Im Winter 1949/50 erste Europareise nach Kriegsende, dabei Wiedersehen mit Karl und Gertrud Jaspers sowie Martin Heidegger.
1950
Beginn des Denktagebuchs.
1951
Hannah Arendt wird, nach 17 Jahren Staatenlosigkeit, US-amerikanische Staatsbürgerin. – The Origins of Totalitarianism erscheint in den USA.
1955
Die deutsche Fassung des Totalitarismus-Buches wird unter dem Titel Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft publiziert. – Beginn der Freundschaft mit Lotte Köhler.
1957
Die Essaysammlung Fragwürdige Traditionsbestände im politischen Denken der Gegenwart erscheint.
1958
Arendt wird korrespondierendes Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung. – Laudatio auf Karl Jaspers (Friedenspreis des Deutschen Buchhandels). – Veröffentlichung der Bücher The Human Condition und Die Ungarische Revolution und der totalitäre Imperialismus.
1959
Arendt erhält den Lessingpreis der Freien und Hansestadt Hamburg. – Veröffentlichung von Rahel Varnhagen. Lebensgeschichte einer deutschen Jüdin aus der Romantik.
1960
Vita Activa oder Vom tätigen Leben erscheint, die deutsche Ausgabe von The Human Condition.
1961
In Jerusalem findet der Eichmann-Prozess statt, an dem Arendt als Reporterin für die Zeitschrift The New Yorker teilnimmt. – Veröffentlichung von Between Past and Future. Six Exercises in Political Thought.
1963
Professur mit reduzierter Lehrtätigkeit an der University of Chicago, bis 1967. – Eichmann in Jerusalem. A Report on the Banality of Evil wird in den USA publiziert. – Internationale Kontroverse um Arendts Bericht über den Jerusalemer Eichmann-Prozess.
1964
Die deutsche Ausgabe des Prozessberichts erscheint unter dem Titel Eichmann in Jerusalem. Bericht von der Banalität des Bösen. – On Revolution wird veröffentlicht.
1965
Arendt lernt Uwe Johnson kennen. In Deutschland erscheint Über die Revolution.
1967
Professur mit reduzierter Lehr- und Präsenzpflicht an der Graduate Faculty der New School for Social Research in New York (bis 1975). – Arendt erhält den Sigmund-Freud-Preis für wissenschaftliche Prosa.
1968
Die Porträtsammlung Men in Dark Times erscheint.
1969
26. Februar: Karl Jaspers stirbt in Basel.
1970
31. Oktober: Tod Heinrich Blüchers in New York.
1971
Grundsatzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts (»Lex Arendt«): Jüdische Wissenschaftler können von nun an Wiedergutmachungsansprüche erfolgreich durchsetzen.
1972
Die Essaysammlung Crises of the Republic erscheint.
1973
Gifford Lectures an der University of Aberdeen über Das Denken.
1974
Mai: Hannah Arendt erleidet während des zweiten Teils ihrer Vorlesungsreihe in Aberdeen (über Das Wollen) einen Herzinfarkt.
1975
Sonning-Preis für Verdienste um die europäische Kultur (Dänemark).
1975
Am 4. Dezember stirbt Hannah Arendt an einem Herzinfarkt in ihrer New Yorker Wohnung.
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