Philippe Grimbert

Philippe Grimbert
© Olivier Roller

Philippe Grimbert wurde 1948 in Paris geboren und lebt dort als Autor und Psychoanalytiker. Er erforscht an den beiden Instituten Médico-Éducatifs in Asnières und Colombes autistische und psychotische Heranwachsende.

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Kommentare

Ich habe schon lange nichts derartiges mehr gelesen - und schon diese Aussage ist unrichtig, denn das Buch, sein Sujet ist einmalig, unverwechselbar, kann bis dahin also gar nicht schon gelesen worden sein. Sicher: es geht erneut um den Eingriff der nationalsozialistischen Barbarei in eine Familie, in zwei Familien, sicher: es geht erneut um eines der vielen Geheimnisse, mit denen Kinder dieser Generation - der Autor ist wie ich Jahrgang 1948 - zum Schweigen und zum Ahnen verurteilt wurden - sie sollten geschont werden, wurden aber verstört; sicher: es ist erneut ein Entwicklungsroman der Moderne; sicher: es ist erneut ein Buch über das Jude-Sein im Europa des 20. Jahrhunderts - und doch: derartig Sensibel-Poetisches habe ich über derartig Grausames niemals gelesen, wobei die Barbarei nicht literarisch verdünnt oder verharmlost wird: Im Gegenteil ... dieses literarische Vermögen Grimberts vermeidet auf jeder Seite bei der Leserschaft Schockreaktionen, so dass sie von Satz zu Satz immer sensibler zu werden vermag: was das Buch betrifft, Geschichte betrifft, möglicherweise ihre eigene, in der einiges zu Tage befördert werden könnte. Ein furchtbar-schöner Roman - so etwas gibt es, seit dieses Buch erschienen ist.
Thomas R. Schild, 05.01.2010

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