Uwe Johnson

Uwe Johnson
© Michael Bengel
Uwe Johnson wird am 20. Juli 1934 in Kammin (Pommern), dem heutigen Kamien Pomorski, geboren. 1945 flieht er mit seiner Mutter und seiner Schwester zunächst nach Recknitz, dann nach Güstrow in Mecklenburg. Sein Vater wird von der Roten Armee interniert und 1948 für tot erklärt . An der John-Brinckmann- Oberschule in Güstrow legt er 1952 die Reifeprüfung ab. Im Sommersemester 1952 nimmt er das Studium der Germanistik an der Universität Rostock auf. Im Frühjahr 1953 soll er sich an der staatlich organisierten Kampagne gegen die evangelische "Junge Gemeinde" beteiligen. Doch er erklärt vor der "Großversammlung der F.D.J.-Gruppe Philosophische Fakultät", diese Kampagne stelle ...
 Uwe Johnson wird am 20. Juli 1934 in Kammin (Pommern), dem heutigen Kamien Pomorski, geboren. 1945 flieht er mit seiner Mutter und seiner Schwester zunächst nach Recknitz, dann nach Güstrow in Mecklenburg. Sein Vater wird von der Roten Armee interniert und 1948 für tot erklärt . An der John-Brinckmann- Oberschule in Güstrow legt er 1952 die Reifeprüfung ab. Im Sommersemester 1952 nimmt er das Studium der Germanistik an der Universität Rostock auf. Im Frühjahr 1953 soll er sich an der staatlich organisierten Kampagne gegen die evangelische "Junge Gemeinde" beteiligen. Doch er erklärt vor der "Großversammlung der F.D.J.-Gruppe Philosophische Fakultät", diese Kampagne stelle einen Bruch der Verfassung der DDR dar, und wird exmatrikuliert. Daraufhin schreibt er sich an der Universität Leipzig als Germanistikstudent ein und legt sein Germanistik -Diplom bei Hans Mayer mit einer Arbeit über Ernst Barlachs Der gestohlene Mond ab.

Bereits während des Studiums beginnt er mit der Niederschrift des Romans Ingrid Babendererde. Reifeprüfung 1953. Er bietet ihn 1956 verschiedenen Verlagen der DDR an, die eine Publikation ablehnen. 1957 lehnt auch Peter Suhrkamp die Veröffentlichung ab. (Der Roman wird erst nach dem Tode von Uwe Johnson veröffentlicht.)

Der erste veröffentlichte Roman von Uwe Johnson ist Mutmassungen über Jakob. Als der Name seines Verfassers 1959 auf das Titelblatt gesetzt wird, "zieht" dieser nach Westberlin "um". Das Buch wird von der Kritik hoch gelobt, seinem Autor die Bezeichnung "Dichter beider Deutschland" zugelegt.

1961 erscheint, vierzehn Tage vor dem Bau der Mauer in Berlin, der Roman Das dritte Buch über Achim.

1964 folgt Karsch, und andere Prosa, 1965 Zwei Ansichten.

Von 1966 – 1968 lebt Uwe Johnson in New York. Das erste Jahr dort arbeitet er als Schulbuch-Lektor im Verlag Harcourt, Brace und World, das zweite wird durch ein Stipendium finanziert. Am 29. Januar 1968 schreibt er in New York die ersten Zeilen der Jahrestage. Aus dem Leben von Gesine Cresspahl nieder. Deren erste "Lieferung" erscheint 1970. Die Teile 2 und 3 schließen sich 1971 und 1973 an.

1974 zieht Uwe Johnson um nach Sheerness-on Sea in der englischen Grafschaft Kent an der Themsemündung. Dort beginnt er unter einem "writer's block" zu leiden, weshalb der letzte Teil der Jahrestage erst 1983 erscheinen kann.

1979 ist Uwe Johnson Gastdozent für Poetik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt. Ein Jahr später erscheinen seine Vorlesungen unter dem Titel Begleitumstände.

Uwe Johnson stirbt am 22. oder 23. Februar 1984 in Sheerness-on-Sea. Sein Nachlaß befindet sich im Uwe Johnson-Archiv der Universität Frankfurt

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