Friederike Roth
Abendlandnovelle

Abendlandnovelle
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D: 15,90 €
A: 16,40 €
CH: 22,90 sFr

Erschienen: 06.12.2010
Gebunden, 101 Seiten
ISBN: 978-3-518-42176-5

Inhalt

Friederike Roth setzt mit Ihrem neuen Buch eine Zäsur: Sie setzt neu an. Und zugleich thematisiert Abendlandnovelle diesen Neubeginn, denn sie handelt vom Wagnis, einen Anfang zu setzen im klaren Bewußtsein, daß jeder Anfang sein Ende immer schon mit sich führt, daß der erste Satz eines Textes zwangsläufig mit dem letzten Satz endet: »Im endlosen Anfangsgewirbel / dem riesigen Reservat aller Aufbruchsvisionen / aller Optionen auf alles / auf denkbar und undenkbar Mögliches / das bodenlose Entsetzen: / der einmal gemachte Schritt / verdirbt jeden anderen.«
Zwischen Anfang und Ende tauchen die ewig alten Fragen auf, »die handeln von Gott und der Welt / und dem Tod und der Liebe / von Leben Kunst Geld.« Und was, wenn alle zwischen Anfang und Ende ausgespannten, ausgebreiteten, ausgemärten Geschichten, alle Lebens- und Textgeschichten, sich als Wiederholungen in endlosen Variationen erweisen? Wenn das Wagnis zum Schrecken wird vor den bekannten Zwangsläufigkeiten von Ereignisketten, vor deren Ende man vielleicht doch lieber stumm bliebe? »War immer schon / Zerstörung und Rekonstruktion / und Neukonstruktion und wieder Zerstörung / Menschenhandwerk, warum taugt es dann auch / für üppig nutzlose Schönheit?«
Wäre da nicht eben doch »eine Ahnung von Gelungenheit ohne Bedrohung … etwas wie blauer Himmel«, das uns mit unseren Sätzen weitertreibt dorthin, wo aber wieder »alle auf alle treffen«, wo Väter schreien, Mütter weinen, jeder jeden kennt und man sich doch ganz und gar fremd ist: »Nie wollte man dahin kommen / nie, und ist eben doch / immer schon mittendrin«.

Pressestimmen

»Friederike Roths Abendlandnovelle ist ein knappes, von leiser Ironie getragenes Befindlichkeitsprotokoll, das seiner Autorin die letzten Illusionen nimmt, den Leser aber nicht mutlos zurücklässt. Blitzt doch immer wieder das Schöne auf, und sei es nur, um uns an die große Vergänglichkeit zu erinnern.«

Otto A. Böhmer, Die Zeit

»Hier, unter der ganzen Last der Lebenswahrheit, strahlt eine Gewissheit aus, deren humane Mitte die eigene, bis zum Verschwinden reife Einsamkeit ist. Allein für diesen Vorlauf zu den letzten Dingen lohnen alle Umwege dieser Abendlandnovelle. In diesen tragischen Momenten zeigt sich Friederike Roth als Dichterin.«

Jürgen Verdofsky, Frankfurter Rundschau

»Was sich hier dokumentiert, gleicht einem Vulkanausbruch. ... Ihr anderthalb Jahrzehnte währendes Schweigen hat Friederike Roth mit einem Neuanfang beendet, mit einem Werk, in dem die Ent-Fesselung der Sprache zum Ereignis wird. Ungehemmt ergießt sich ein angestauter Überschuss in das Buch. Sichtbar macht er das ungewöhnliche Bildrepertoire und die ungebrochene Sprachkraft dieser Dichterin.«

Walter Hinck, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Roths Abendlandnovelle ist Abrechnung und Stundengebet zugleich ... Mitunter bringt er über der großen Idee eine lebensernste Stille hervor - und daneben sogar ein kleines Vergnügen am Ornamentalen dieses grotesken Kreislaufs.«

Anja Hirsch, Stuttgarter Zeitung

»Filigran komponiert, behutsam im Umgang selbst mit den beiläufigsten Wörtern, ein Buch über die Liebe zum Leben selbst dann, wenn man weiß, es vergeht.« (Buch der Woche im Januar 2011)

SWR 2

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