Peter Handke
Aber ich lebe nur von den Zwischenräumen

Ein Gespräch, geführt von Herbert Gamper
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D: 12,00 €
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CH: 17,90 sFr

Erschienen: 29.01.1990
suhrkamp taschenbuch 1717, Broschur, 272 Seiten
ISBN: 978-3-518-38217-2

Inhalt

Peter Handke erzählt Herbert Gamper während vier Tagen, jeweils einige Stunden lang, vom Glück und von den Schwierigkeiten des Schreibens, von der Entstehung einiger seiner Bücher, von seinem Leben als Schriftsteller; er antwortet auf Fragen und kritische Einwände des Gegenübers. Gegenstand der Gespräche sind überwiegend die Werke seit der 1979 er­schienenen Langsamen Heimkehr, die, anders als die Arbeiten aus der zweiten Hälfte der sechziger Jahre, kontroverse Reaktionen auslösten.

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Wer sich für Zwischenräume, Dazwischen-Liegendes, für alles, was sich zwischen den Dingen ereignet, interessiert, stößt irgendwann auf den merkwürdigen Buchtitel "Aber ich lebe nur von den Zwischenräumen": Zitat von Peter Handke im Gespräch mit Peter Gamper. Das Buch ist die Dokumentation eines anspruchsvollen, intensiv- analysierend-reflektierenden, Antworten suchenden Gesprächs; ein Ringen um Wahrhaftigkeit und Authentizität, um ein Verstanden-werden-Wollen oder besser um ein nicht zu sehr Missverstanden-werden-Wollen des Künstlers und seiner literarischen Aussage.
Mitten im Gespräch ruft Handke aus: "Aber ich lebe nur von den Zwischenräumen", und er macht deutlich, dass diese Aussage von Gewicht für ihn ist.
Handke sieht die Zwischenräume als konkrete Ausgangssituation für den kreativen Akt und lässt etwas Zwischenräumlich-Wirkliches im Sinne von Wirkendem, Wirksamen in ihnen anklingen. Er spricht von der inspirierenden anfänglichen Leere (vor dem Schreiben), einer fruchtbaren Leere, und von einer Schwingung in dieser Leere, die das Erzählen überhaupt erst möglich mache. Er bezeichnet die Zwischenräume als eine Art 'Wert-Vakuum', ein Auftun der Leere inmitten von Menschenmassen, z. B. auf dem Markus-Platz in Venedig: wo ihm mit dem Blick auf den Boden mit den Füßen der Gehenden und Stehenden auf einmal bewusst wurde, wie viel Leere da noch übrig war... und dass aus den seltsam leeren Räumen dann die Gestalten erst entstanden...; und er betont, dass kein größerer Moment an Zuneigung vorstellbar sei als in diesem Aufsteigen der Leere.
Maria Reinecke, 03.07.2012

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