Richard Münch
Akademischer Kapitalismus - Über die politische Ökonomie der Hochschulreform

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Erschienen: 23.05.2011
edition suhrkamp 2633, Broschur, 459 Seiten
ISBN: 978-3-518-12633-2

Inhalt

Der Bildungsstreik und die Hörsaalbesetzungen im Jahr 2009 haben gezeigt, daß der Widerstand gegen Studiengebühren und die Bologna-Reform sich immer weiter aufheizt. Die Studierenden klagen über zunehmenden Streß, maßgebliche Ziele der Reform wurden verfehlt. Richard Münch, einer der renommiertesten Kritiker dieser Entwicklung, untersucht in seiner brisanten neuen Studie die Kräfte hinter dem neuen akademischen Kapitalismus. Er legt dar, wie sich die Hochschulen unter dem Einfluß von Beratungsfirmen in Unternehmen verwandeln und wie kurzfristige Nutzenerwartungen das Innovationspotential der Forschung untergraben.

Kommentare

Akademischer Kapitalismus - Über die politische Ökonomie der Hochschulreform, ist ein sehr interessantes Buch, das auf sehr anschaulich weise aufzeigt, wie ein verengter Ökonomiebegriff, wie er leider zur Zeit von unwissenden genutzt wird, die Welt unter ein Regime von Kennziffern stellt und Qualität mißt die so nicht existiert. das Buch zeigt auf das Ökonomie ohne rückgriff in andere Gesellschaftswissenschaften nicht existieren kann und das eine verengter Marktbegriff nur ins Chaos führen kann.

Dem gegen über steht eine Ökonomie die sich eingebettet in die Systemtheorie auf den langfristigen erfolg ausgerichtet ist, wie zum Beispiel das Sankt Gallener Model. Unabhänig davon leidet die gesellschaftliche Entwicklung wie es Richard Münch darstellt unter dem verkürzten Ökonomischen Model, das gemeinhin unter "Neoliberalismus" bezeichnet wird. Gerade die Finanzkrise und ihre weiterentwicklung zur Staatskrise im Jahr 2011 zeigt die Grenzen dieses Paradigmas auf.

Das bewundernswerte an Münch ist wie er sehr gut sichtbar macht das die Schaffung von Pseudomärkten und die adaption von Ökonmoischen Steuerungsprozessen für primäre Verwaltungsprozesse bzw. Wissenschaftsprozesse die Begriffe des Markt und des damit im Zusammenhang stehenden konkurrenzbegriffs in absurde geführt werden.

Märkte sind wichtig und haben klare Aufgaben sie sind aber nicht selbstzweck und sie müssen eingebettet sein in ein klares Ordnungssystem wie die Ordoliberale Freiburger Schule.
Reiner Girstl, 15.08.2011

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