Anna Katharina Hahn
Am Schwarzen Berg - Roman

Am Schwarzen Berg
Leseprobe » Bestellen »


D: 19,95 €
A: 20,60 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 12.03.2012
Gebunden, 236 Seiten
ISBN: 978-3-518-42282-3

Shortlist Preis der Leipziger Buchmesse 2012

Inhalt

Emil Bub, ein Lehrer kurz vor der Pensionierung, beobachtet von seinem Balkon aus, wie Peter, der Sohn seiner Nachbarn, in sein Elternhaus zurückkehrt. Peter ist krank und verwahrlost, seine Freundin Mia ist mit den gemeinsamen Kindern verschwunden. Der Verlust hat ihn völlig aus der Bahn geworfen.

Seit den siebziger Jahren leben Emil und seine Frau Veronika, eine Bibliothekarin, am »Schwarzen Berg«. Die kinderlosen Bubs bekommen plötzlich einen Wahlverwandten, als Peter mit seinen Eltern Hajo und Carla ins Nebenhaus einzieht. Hajo Rau verschreibt sich ganz der Arbeit in seiner Arztpraxis, seine Frau unterstützt ihn. So wird besonders Emil zur prägenden Gestalt für den sensiblen Nachbarsjungen. Er zieht Peter tief hinein in seinen Kosmos aus Dichtung und Leistungsverweigerung.

Der Sommer in den einsamen Häusern am Rande des Stuttgarter Kessels vergeht mit den hilflosen Versuchen der beiden älteren Paare, den Verzweifelten wieder aufzurichten. Auf der Suche nach Mia und den Kindern durchstreift Emil mit Peter die überhitzte Großstadt, und Hajo entwirft eine Therapie. Aber was hilft das jetzt noch? Anna Katharina Hahn erzählt auf unnachahmliche Weise von verzweifelter Liebe in all ihren Spielarten und davon, daß im entscheidenden Augenblick selbst die nächsten Menschen einander ein Rätsel bleiben.

»Sie geht aufs Ganze - ohne daran zu scheitern«. Wilhelm Genazino

Pressestimmen

»Ihr schonungsloser Blick ruht auch diesmal auf den brutalen, feinen Trennungslinien zwischen den sozialen Schichten. Und sie wittert auf geradezu detektivische Weise das, was nur Fassade ist.«

Ina Hartwig, Süddeutsche Zeitung

»Ein Stimmenspiel ist der Roman, ein höchst kunstvoll erstelltes Perspektivenkaleidoskop.«

Elmar Krekeler, Welt am Sonntag

»Wie Anna Katharina Hahn ihren alles kühl stellenden Erzählton durchhalten kann, ohne dass der Schrecken je nachlässt, ist bemerkenswert...Selbst winzige Gesten, beiläufige Blickwechsel, unscheinbare Gegenstände, alles wird scharf beobachtet, alles erzählt mit. Und nichts davon wird je auf eine Weise kommentiert, die das Erzählte an irgendeine Kausalität verraten könnte. Die Summe der vielen disparaten Energien, welche die Figuren und damit die Handlung vorantreiben, ist ein Verhängnis. Niemand hat es kommen sehen – es kann nicht aufgelöst, es kann nur erzählt werden. Und gerade damit ist Anna Katharina Hahn ein grossartiger Roman gelungen.«

Martin Zingg, Neue Zürcher Zeitung

»Dieses diskret ausgebreitete mythologisch-literaturgeschichtliche Verweissystem, das die Autorin mit leichter Hand in Am Schwarzen Berg ausbreitet, ist eine Eigenschaft, mit der sie in der heutigen deutschen Gegenwartsliteratur einzigartig dasteht. Dieses souveräne Verfügen über die Tradition finden wir unter den deutschen Prosaautoren sonst wahrscheinlich nur noch bei Sibylle Lewitscharoff. Darüber hinaus besticht Anna Katharina Hahn aber auch durch ihre staunenswerte soziale Genauigkeit und Sorgfalt.«

Tilman Krause, Die Welt

»Anna Katharina Hahn erhebt die Kinderlosigkeit zum Exempel für das bürgerliche Problem des ungelebten Lebens. Ihr Roman Am Schwarzen Berg ist eine ebenso gruselige wie großartige Milieustudie...Wer diesen Roman ausgelesen hat, kehrt heim in eine fremde Welt.«

Patrick Bahners, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»... ein grandioses Buch. Anna Katharina Hahns Roman ist ein Meilenstein im literarischen Mainstream unserer Tage.«

Moritz Bassler, tageszeitung

»Sie ist eine gnadenlose Beobachterin... Anna Katharina Hahn hat einen feinen Sinn für die sozialen Schichtungen in dieser Gesellschaft, die heuchlerisch Gleichheit postulieren.«

Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland

»Am schwarzen Berg hätte ein Stuttgart-Roman werden können, ein Ereignis von lokaler Bedeutung. Es ist etwas viel Größeres geworden: eine Geschichte vom Nicht-Klarkommen mit der Welt.«

Sebastian Hammelehle, Spiegel Online

»Das ist eine vielversprechende, literarisch kluge Konstellation für eine, die schreiben kann wie Anna Katharina Hahn: stets aus der Fülle des Alltäglichen schöpfend, psychologisch genau bis zum kaum noch Erträglichen.«

Hans von Trotha, Deutschlandradio Kultur

Veranstaltungen

Videobeiträge

Bildergalerien

Nachrichten

Kommentare

Das Buch ist interessant, spannend, in eleganter Wortwahl, teilweise besonders ausschmückend geschrieben, psychosoziale und Stadtprobleme von Stuttgart nicht aussparend. Man kann sich die nachbarlichen Alltagsgeschichten sehr gut vorstellen, erhält die einzelnen Charaktere treffend beschrieben.

Das Buch habe ich gerne gelesen; die Mischung aus Lebensfreude und Melancholie macht neugierig.
Gertrud Holzkämper-Hezel, Kreutzmann-Buchhandlung, 22.03.2012

Kommentieren