»Warum investieren westliche Demokratien so massiv in die Videoüberwachung, wo es doch mittlerweile amtlich ist, dass keine Kamera Verbrechen verhindern kann und selbst zur Aufklärung von Straftaten kaum taugt. Ihr Nutzen, so die These von Kammerer, liegt in der Imagination, die die von ihr produzierten Bilder freisetzen. ... Der Bildbetrachter nämlich ist mit einem Wissen ausgestattet, das den Beteiligten fehlt. Diese Idee, dass sich die Zukunft nachträglich voraussehen lässt, ist der Kern einer jeden Allmachtsfantasie. Und die Investition in eine omnipräsente Videoüberwachung lässt sich ohne Allmachtsfantasien, ohne die Idee, man könne das Leben kontrollieren, nicht erklären: »Ich werde es immer schon gewußt haben.« Dietmar Kammerers spannende Studie fächert jenes Phantasma auf, ohne dabei die Karriere der Videoüberwachung willfährig mit einem Kulturdiskurs zu überziehen - also ohne zu entpolitisieren.«
literataz
»Das Buch besticht durch eine sachkundige und kritische Haltung nicht nur gegenüber der Technik, sondern auch gegen die vielfach reproduzierten Gemeinplätze, die sich mit den scheinbar sicheren Fakten der Überwachung verbinden. Kammerer changiert so virtuos zwischen Geschichte, Theorie und aktueller Praxis der Überwachung und formuliert brillant, dass es schwerfällt, ein ihm ebenbürtiges Werk zu benennen.«
Miloš Vec, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Literaturbeilage
»Dietmar Kammerer hat sich in seinem Buch "Bilder der Überwachung" ein dankbares Thema gewählt. Die gut lesbare, stellenweise blendend formulierte und unaufgeregt souverän argumentierende Doktorarbeit des jungen Journalisten und Kulturwissenschaftlers geht allen denkbaren Aspekten der Videoüberwachung nach: den technischen, urbanen, wahrnehmungs- und herrschaftstheoretischen, populär- und hochkulturellen - und zuletzt auch denen des Widerstands. Dabei vermählt sich vorzügliche empirische Kenntnis glücklich mit avancierter Theorie.«
Jörg Plath, Deutschlandradio
»Der Kulturwissenschaftler Dietmar Kammerer hat mit ›Bilder der Überwachung‹ eine luzide, souverän argumentierende Studie zum Thema Videoüberwachung vorgelegt. ... Die Studie, die gleichzeitig seine Dissertation ist, sitzt gerade nicht Technikhörigkeit und Apparatefetischismus auf, wie so viele andere Bücher zum Thema, weshalb sie schneller veralten, als ihren Autoren lieb sein kann. Kammerer tut etwas anderes, Klügeres: Er macht Videoüberwachung als sozialen, psychologischen, kulturellen und organisatorischen Zusammenhang verstehbar und formuliert so zugleich ein Loblied auf die integrative Kraft der Kulturwissenschaften.«
Michael Saager, Pony 4-2009