Theodor W. Adorno
Briefe und Briefwechsel

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Briefe und Briefwechsel - Band 7: Theodor W. Adorno/Siegfried Kracauer. Briefwechsel 1923-1966. "Der Riß der Welt geht auch durch mich..."

Herausgegeben von Wolfgang Schopf
Briefe und Briefwechsel
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D: 32,00 €
A: 32,90 €
CH: 52,50 sFr

Erschienen: 17.11.2008
Leinen, 772 Seiten
ISBN: 978-3-518-58496-5

Inhalt

Unter den großen Briefwechseln Theodor W. Adornos ist der mit Siegfried Kracauer mit Sicherheit der intimste. Der Nachhall einer leidenschaftlichen Freundschaft, die beide von Beginn an miteinander verband – Adorno war 15 oder 16 Jahre alt, Kracauer 14 Jahre älter, als sie sich kennenlernten –, durchzieht diese Korrespondenz, die sich von 1923 bis zu Kracauers Tod 1966 erstreckt. Der Ältere war zeitlebens der verletzlichere, der Jüngere in seinem brieflichen Sturm und Drang der rücksichtslosere. Kracauer, der in der Feuilletonredaktion der Frankfurter Zeitung arbeitete, war bereits ein bekannter Kritiker und Essayist, als Adorno Mitte der zwanziger Jahre noch seinen Lebensweg suchte. Für Adorno blieb Kracauer in diesen Jahren der Vertraute, dem er seine Erfahrungen und Gedanken mitteilte, aber auch seine Pläne, die er in Wien, Berlin oder Italien schmiedete. In den folgenden Jahrzehnten, in den Zeiten des Aufstiegs des Nationalsozialismus, der Emigration und des Überlebens im Exil und des Wiederaufbaus nach 1945, ist die 269 Briefe umfassende Korrespondenz vor allem ein bewegendes Dokument, das von dem Versuch beider zeugt, eine intellektuelle Freundschaft über die Wirren und Brüche des 20. Jahrhunderts hinweg zu bewahren.
 

Pressestimmen

»Der Briefwechsel bietet eine beträchtliche Überraschung. Man wird danach vor allem Adorno mit anderen Augen sehen. Der Herausgeber Wolfgang Schopf, dessen riesige Editionsarbeit nicht unter dem Verdacht steht, gegen die Regeln der Seriosität und Diskretion zu verstossen, hat recht, wenn er von dem »mit Sicherheit intimsten« unter den grossen Adorno-Briefwechseln spricht.«
Ludger Lütkehaus, Neue Zürcher Zeitung
»Wie sich Kracauers und Adornos Positionen grundsätzlich unterscheiden, war schon vor dem Briefwechsel bekannt. Aber man wusste nicht, welcher Flexibilität, auch Einsicht, die leidenschaftlichen Kämpfer unter dem Druck ihrer virtuosen Debatten fähig waren. ... Wer bereit ist, sich auf Denkbewegungen einzulassen, wird mit Überraschungen belohnt und staunend feststellen, dass Dialektik Passion sein kann. Beides nicht ohne eine gewisse Wehmut.«
Eva Geulen, Die Zeit
»Der Briefwechsel zwischen Kracauer und Adorno lässt sich auf verschiedene Weise lesen: als Geschichte einer intimen Freundschaft, als Charakterporträt zweier Kulturphilosophen des 20. Jahrhunderts, als Musterbuch intellektuellen Denk- und Schreibstils, als Dokument jüdischer Emanzipation und Unterdrückung, als Auskunft über andere Zeitgenossen, als Spiegel der Zeitgeschichte.«
Heinz Schlaffer, Literarische Welt
»Eine der bedeutenden Intellektuellenfreundschaften des 20. Jahrhunderts liegt vor uns. Die von 1923 bis 1966 reichende Korrespondenz zwischen dem Philosophen, Soziologen und Komponisten Theodor W. Adorno und dem Filmtheoretiker, Romancier und Journalisten Siegfried Kracauer beinhaltet den Stoff für mehrere Dramen. ... Es geht auf den weit über 700 mit existentieller Spannung aufgeladenen Seiten um mehr als das Zusammenspiel von Individualität und äußeren Verhältnissen. Adorno und Kracauer erschreiben sich ihre Biographien, zeigen, wie gegenseitig durchtränkt in dieser Zeit Leben und Werk waren.«
Thomas Meyer, Süddeutsche Zeitung
»Auch aufgrund der höchst instruktiven Kommentierung des Herausgebers, der das Buch mit einem anregenden Bildteil bereichert hat, ist der Briefwechsel ein wichtiger Beitrag sowie ein unentbehrliches Hilfsmittel der biographischen und werkgeschichtlichen Adorno- und Kracauer-Forschung.«
Stefan Müller-Doohm, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Mit diesem Briefwechsel liegt ein zeitgeschichtlich und biografisch bedeutsames Dokument authentischer Selbstzeugnisse zweier höchst eigenwilliger Persönlichkeiten vor, sinnvoll ergänzt durch einen Bildteil und die sorgfältige Kommentierung des Herausgebers, die Hintergründe und Zusammenhänge deutlich macht und hilfreiche Zusatzinformationen vermittelt.«

Franziska Thiele, Forschung Frankfurt Nr. 2/2009

»Es ist eine veritable Liebesgeschichte, mit welcher der Briefwechsel zwischen Theodor W. Adorno und seinem 14 Jahre älteren Freund Siegfried Kracauer im April 1923 beginnt. Hatte die Adorno-Biografik bisher allenfalls von einer ›Beziehung‹ zu raunen gewagt, so dokumentiert der Briefwechsel ohne Wenn und Aber eine homoerotische Liebesleidenschaft - mit Verletzungen und tiefen Brüchen im Gefolge.«

Ludger Lütkehaus, Neue Gesellschaft 11/2009

»Warum sind Briefwechsel oft so spannend? Wir geraten in den Sog fremder Leben, die sich ... ausführlich in dem, was sie schreiben (und verbergen), selbst darstellen und werden quasi aus erster Hand mit Zeitumständen vertraut, die wir sonst eher durch den Filter historischer Exegese kennen. ... In keinem Briefwechsel, selbst nicht in denen Adornos mit Horkheimer oder Benjamin, werden die Aporien der Freundschaft und ihre Überwindung in einer Solidarität ohne Einschränkung so deutlich wie in dem Adornos mit Kracauer.«

Roland H. Wiegenstein, Berliner Literaturkritik

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Band 1: Theodor W. Adorno/Walter Benjamin. Briefwechsel 1928–1940 Band 2: Theodor W. Adorno/Alban Berg. Briefwechsel 1925–1935 Band 3: Theodor W. Adorno/Thomas Mann. Briefwechsel 1943–1955 Band 4: Theodor W. Adorno/Max Horkheimer. Briefwechsel 1927–1969. Band 4.I: 1927–1937 Band 4: Theodor W. Adorno/Max Horkheimer. Briefwechsel 1927–1969. Band 4.II: 1938–1944 Band 4: Theodor W. Adorno/Max Horkheimer. Briefwechsel 1927–1969. Band 4.III: 1945–1949 Band 4: Theodor W. Adorno/Max Horkheimer. Briefwechsel 1927–1969. Band 4.IV: 1950–1969 Band 5: Briefe an die Eltern. 1939–1951 Band 6: Theodor W. Adorno/Heinz-Klaus Metzger. Briefwechsel 1954–1967 Band 7: Theodor W. Adorno/Siegfried Kracauer. Briefwechsel 1923-1966. "Der Riß der Welt geht auch durch mich..."