Paul Celan, Klaus Demus, Nani Demus
Briefwechsel

Mit einer Auswahl aus dem Briefwechsel zwischen Gisèle Celan-Lestrange und Klaus und Nani Demus. Herausgegeben von Joachim Seng. Mit einem Bildteil
Briefwechsel
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Erschienen: 21.09.2009
Gebunden, 675 Seiten
ISBN: 978-3-518-42122-2

Inhalt

»Meine Lieben, habt Dank für alles, habt Dank dafür, daß Ihr da seid, daß Ihr dieses weite Tor der Freundschaft geöffnet habt –: Ihr seid meine endlich wirklich gewordene Welt.« Paul Celan an Klaus und Nani Demus

Als »Bruder« hat Paul Celan Klaus Demus bezeichnet, niemandem hat er sich stärker geöffnet als dem Wiener Freund. Ingeborg Bachmann war es, die diese Freundschaft stiftete, 1948 in Wien. Aus dem Zusammentreffen des Dichters aus der Bukowina mit dem jungen Wiener Dichter und Studenten der Kunstgeschichte entwickelt sich die einzig »wahre« Freundschaft Celans, in die später auch Nani Demus geb. Maier und Celans Ehefrau Gisèle Celan-Lestrange miteinbezogen werden.
Ihr gemeinsamer Briefwechsel nimmt unter den Korrespondenzen Paul Celans eine herausragende Stellung ein, sowohl dem Umfang nach (ca. 400 Briefe) als auch in seiner Bedeutung: Wie keine andere seiner Korrespondenzen offenbart dieser Dichterbriefwechsel den Menschen Paul Celan hinter dem Werk und ermöglicht dabei zugleich einen Einblick in seinen oft mühevollen Pariser Alltag. Auf die Verbindung zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan wirft er ein neues und eindringlich scharfes Licht.
Und doch wird selbst diese Beziehung zweier Dichter, die größte Nähe und Zuneigung miteinander verbindet, durch die Goll-Affäre und Celans Krankheit 1962 für Jahre getrennt. 1968 aber nimmt Klaus Demus den Faden wieder auf: So hinterlassen diese Briefe zum Schluß auch ein berührendes Dokument von Paul Celans letzten Jahren.

Pressestimmen

»Gerade im Briefwechsel mit Klaus Demus, dem lange Zeit engsten und fast einzigen Freund, ist es erschütternd zu beobachten, wie Celan sich zusehends in ein Wahnsystem verstrickt und selbst seine Freunde als Feinde bezichtigt. Er sagt sich auch von Demus los. Man kann nicht anders, als dies nach allem Vorangegangenen als tragisch zu empfinden.«

Helmut Böttiger, Süddeutsche Zeitung

»Was man in der von Joachim Seng vorzüglich betreuten Briefedition zu lesen bekommt, nötigt einem Bewunderung ab. Kein Brief, der nicht von Intelligenz und sorgsamster Einfühlung zeugt. ... Die Begegnung mit Nani und Klaus Demus hatte Ingeborg Bachmann angebahnt, Celans grosse Wiener Liebe. Sie war seit dem Klagenfurter Gymnasium mit Nani Demus befreundet. Oft genug scheint diese in der schwierigen Beziehung zwischen Celan und Bachmann vermittelt zu haben. Würde man das Idealbild eines für die Freundschaft begabten Menschen zeichnen, es müsste Klaus Demus gleichen. Der poeta doctus lässt es in ausführlichen, überaus sorgfältig abgefassten Briefen erkennen. Von Celan aus ist allerdings auch diese Korrespondenz einem Untergrund von Tragik und Vergeblichkeit abgetrotzt.«

Beatrice von Matt, NZZ

»Dies ist nicht nur ein literarisch bedeutsamer Briefwechsel zweier Dichter, die sich von Anfang an als Brüder sahen, es ist auch und vor allem das bewegende Zeugnis einer tiefen Freundschaft, die in der deutschen Literatur ohne Beispiel ist. ... [Ein] vorzüglich editierte[r] und kommentierte[r] Briefwechsel.«

Jürgen P. Wallmann, Westfälische Nachrichten

»Es ist also ein bestürzender Briefwechsel, der das Dilemma Celans neu beleuchtet. Man soll dies lesen – und wird Klaus Demus ferner danken, dass er der Edition zustimmte, die ihn als einen zu Unrecht vergessenen Poeten zu entdecken überdies Anlass bieten sollte.«

Martin A. Hainz, Spiegelungen. Zeitschrift für deutsche Kultur und Geschichte Südosteuropas H. 3, 2010

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