Taras Prochasko
Daraus lassen sich ein paar Erzählungen machen

Aus dem Ukrainischen von Maria Weissenböck
Daraus lassen sich ein paar Erzählungen machen
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Erschienen: 23.02.2009
edition suhrkamp 2578, Broschur, 124 Seiten
ISBN: 978-3-518-12578-6

Inhalt

Ein dramatisches Zeitalter auf wenigen Seiten zu besichtigen, dazu bedarf es der minimalistischen Kunst eines großen Autors. Taras Prochasko verwandelt ein Familienepos, das Hunderte Geschichten birgt, in lauter erzählerische Extrakte, die eine versunkene Welt und ihre Bewohner heraufbeschwören und zum Gegenstand der Meditiation machen. Diese Welt heißt Stanislau und liegt im Karpatenvorland, einem Winkel des Habsburger Reichs. Nach zwei Weltkriegen ist dort nichts mehr wie zuvor. Nur der Enkel Taras wohnt noch immer im Haus seines tschechischen Großvaters an der Hauptstraße. Nicht nur ihre verworrenen Lebensläufe ruft er auf, sondern auch die vielen Dinge, die es einmal gab: »Manchmal, wenn ich nichts mache und nichts sage, scheint es mir, daß genau dies das allerrealste Ich ist. Eine Sammlung chaotischer, unnützer Dinge.«

Pressestimmen

»Der Gedanke, eine Geschichte in einem Satz erzählen zu können, ist so verlockend wie unmöglich, möchte man meinen. Doch Taras Prochasko verkehrt in Daraus lassen sich ein paar Geschichten machen das vermeintlich Unmögliche ins Gegenteil: Tatsächlich lassen sich in einem Satz, ja Halbsatz ganze Geschichten erzählen. ... Größtes Lob: Das kleine Buch funktioniert perfekt, wo immer man auch beginnt zu lesen.«

Harald Eggebrecht, SZ

»Die westukrainische Stadt Iwano-Frankiwsk, das ehemalige galizische Stanislau, scheint ein besonders fruchtbares literarisches Biotop zu sein. Aus ihr stammen unter anderem Juri Andruchowytsch und seine Tochter Sofia sowie die Brüder Taras und Jurko Prochasko, allesamt Autoren von herausragendem Talent. Taras Prochasko, Jahrgang 1968, ist seiner Geburtsstadt treu geblieben, mehr noch, er hat sie zum Fokus seines Schreibens gemacht. Hier bündeln sich Schicksale und entsteht im Kleinen die Welt, hier verbinden sich Alltag und Geschichte zum ergreifenden Cinéma vérité. ... Taras Prochasko ist ein begnadeter Erzähler, der den Details des Lebens Gerechtigkeit widerfahren lässt.«

Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

»Auch wenn der Grundton heiter-ironisch klingt, hinter jedem Absatz lauert bei Prochasko Unvorhergesehenes. ... Assoziativ durchmisst Taras Prochasko ein Jahrhundert der Umstürze: Zwischenkriegszeit, Stalinismus und Sowjetunion, Perestroika, die unabhängige Ukraine - schillernde Mosaiksteinchen einer weitgehend verschwundenen Welt, die längst zu seiner eigenen geworden ist.«

Clemens Hoffmann, SWR
»Seine Erzählungen brausen durch seine Heimat Galizien, heiter, selbstironisch und kunstvoll. ... Prochasko filtert aus seinem Lebenstext Geschichten. Sein Stoff sind die Rückblicke in die Jugendzeit, die tradierten Anekdoten seiner Familie, in denen zugleich die Geschichte einer Region mitklingt – Galizien, die heutige Westukraine, ehemals Provinz des habsburgischen Riesenreichs, später unter Herrschaft der Sowjetunion. Im Unterschied zum westlichen Trend schreibt Prochasko keine Chronik, keinen Familienroman. Ihn interessiert, wie die Erinnerung funktioniert.«
Insa Wilke, Die Zeit

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