Isabel Allende
Das Geisterhaus - Roman

Aus dem Spanischen von Anneliese Botond
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Erschienen: 07.03.1989
suhrkamp taschenbuch 1676, Broschur, 501 Seiten
ISBN: 978-3-518-38176-2

»Eine endlose Geschichte von Schmerz, Blut und Liebe.«

Süddeutsche Zeitung

Inhalt

Isabel Allende, die Nichte des 1973 beim Militärputsch ermordeten Präsidenten Salvador Allende, ist mit ihrem Erstlingswerk in den Ländern spanischer Sprache auf eine begeisterte Zustimmung gestoßen. Dies nicht nur aufgrund der unverkennbar großen erzählerischen Bega­bung der Autorin, sondern auch der großartigen Haltung wegen, mit der sie, sicherlich angeregt von Gabriel García Marquez, dem großen Vorbild, phantasievoll und witzig, zärtlich und ironisch, zugleich mit großem Ernst und analytischem Scharfblick Vergangenheitsbewäl­ti­gung unternommen hat.

Im venezolanischen Exil, aus dem Abstand fast eines Jahrzehnts, hat Isabel Allende am Schicksal einer Familie aus der chilenischen Oberschicht den Weg nachgezeichnet, den Chile gegangen ist. Hat denn nicht alles so harmlos begonnen in der heilen Welt Chiles zu Beginn dieses Jahrhunderts? Was denn, außer ab und zu einem Erdbeben, hat die angesehene Familie del Valle bewegt, wenn nicht private Ereignisse, wie die Ankunft des rätselhaften Riesenhun­des Barrabas oder der mißglückte Versuch des sagenumwobenen Onkels Marco, mit einem selbstgebastelten Flugzeug die Anden zu überqueren, oder die leicht beunruhigen­den, sorg­sam vertuschten übernatürlichen Fähigkeiten der jüngsten Tochter Clara, unter deren zerstreu­ten Blicken sich manchmal ein Salzfaß selbsttätig auf dem Eßtisch in Bewegung setzt? Daß Nívea, ihre Mutter, als engagierte Frauenrechtlerin sich eines Tages mit anderen Damen der feinen Gesellschaft an den Gittern des Kongresses ankettet, um das Stimmrecht für Frauen durchzusetzen? Eine Narretei, die mehr Spott als Unruhe hervorruft. ...

»Eine endlose Geschichte von Schmerz, Blut und Liebe.«

Süddeutsche Zeitung

 

Inhalt

Isabel Allende, die Nichte des 1973 beim Militärputsch ermordeten Präsidenten Salvador Allende, ist mit ihrem Erstlingswerk in den Ländern spanischer Sprache auf eine begeisterte Zustimmung gestoßen. Dies nicht nur aufgrund der unverkennbar großen erzählerischen Bega­bung der Autorin, sondern auch der großartigen Haltung wegen, mit der sie, sicherlich angeregt von Gabriel García Marquez, dem großen Vorbild, phantasievoll und witzig, zärtlich und ironisch, zugleich mit großem Ernst und analytischem Scharfblick Vergangenheitsbewäl­ti­gung unternommen hat.

Im venezolanischen Exil, aus dem Abstand fast eines Jahrzehnts, hat Isabel Allende am Schicksal einer Familie aus der chilenischen Oberschicht den Weg nachgezeichnet, den Chile gegangen ist. Hat denn nicht alles so harmlos begonnen in der heilen Welt Chiles zu Beginn dieses Jahrhunderts? Was denn, außer ab und zu einem Erdbeben, hat die angesehene Familie del Valle bewegt, wenn nicht private Ereignisse, wie die Ankunft des rätselhaften Riesenhun­des Barrabas oder der mißglückte Versuch des sagenumwobenen Onkels Marco, mit einem selbstgebastelten Flugzeug die Anden zu überqueren, oder die leicht beunruhigen­den, sorg­sam vertuschten übernatürlichen Fähigkeiten der jüngsten Tochter Clara, unter deren zerstreu­ten Blicken sich manchmal ein Salzfaß selbsttätig auf dem Eßtisch in Bewegung setzt? Daß Nívea, ihre Mutter, als engagierte Frauenrechtlerin sich eines Tages mit anderen Damen der feinen Gesellschaft an den Gittern des Kongresses ankettet, um das Stimmrecht für Frauen durchzusetzen? Eine Narretei, die mehr Spott als Unruhe hervorruft. Doch immerhin gibt Severo del Valle, der Vater, seinen Wunsch, als Liberaler in die Politik zu gehen, auf – vermutlich aufgrund eines politisch motivierten Mordanschlags, der ihm galt, der aber einer seiner Töchter das Leben kostete. Gewalttaten werfen ihre Schatten voraus.

In der zweiten Generation setzt die Polarisierung ein. Esteban Trueba, ein energiegeladener, jährzorniger, ein wenig beschränkter Aufsteiger, »hombre macho« mit zahlreichen uneheli­chen Kindern und unerschütterlichen moralischen Werten, wird als reicher Gutsbesitzer und Senator die Galionsfigur der Konservativen. Er ist ein Beispiel für die Kräfte, die im Glauben, ihr Land zu retten, aus Angst vor einer Linksdiktatur unter Allende, die Militärdiktatur heraufbeschwören, die sie als demokratiebewußte Chilenen nicht wollen. An seiner Seite steht Clara del Valle, die zarte Spiritistin, die unermüdlich Wollschals für die Armen strickt und die die bessere Welt noch ins Reich der Geister verlegt: heiter und ein wenig »verrückt«, unpolitisch, aber als Frau immer und ungeteilt auf der Seite der Schwäche­ren, ist sie drei Generationen lang die heimliche treibende Kraft gegen das brüchig gewordene Regime der Klassenprivilegien und Machtegoismen.

In der dritten Generation dann das Auseinanderdriften der Familie: Nicolás als Guru in den Vereinigten Staaten, Jaime als aufopfernder Augenarzt, Blanca mit einer unehelichen Tochter von einem Landarbeiter auf dem Gut ihres Vaters. Bis in der vierten Generation altes Unrecht mit neuem vergolten wird: Alba, letzter Sproß des Hauses Trueba, die mit einem jungen Revolutionär befreundet ist, wird nach dem Putsch verhaftet und – Repression als persönliche Abrechnung – von einem illegitimen Enkel ihres Großvaters gefoltert, der es vom Landar­bei­ter zum Oberst gebracht hat.

Heimgekehrt in das verwahrloste, gespenstische Haus, in die Arme des politisch geschlage­nen, an seinen Nachkommen hart gestraften Großvaters, stellt sich Alba, unschul­di­ges Opfer jener langen Geschichte, die eins so harmlos begann, der Aufgabe, zu verstehen, wie das Entsetzliche hatte geschehen können. Gestützt auf ihre Erinnerungen, Familienphotos, Auf­zeich­nun­gen des Großvaters und die Lebensnotizhefte ihrer Großmutter Clara, beginnt sie zu schreiben: »Barrabas kam auf dem Seewege in die Familie, trug die kleine Clara in ihrer zarten Schönschrift ein. Sie hatte schon damals die Gewohnheit, alles Wichtige aufzuschreiben, und später, als sie stumm wurde, notierte sie auch die Belanglosig­keiten, ohne zu ahnen, daß fünfzig Jahre später diese Hefte mir dazu dienen würden, das Gedächtnis der Vergangenheit wiederzufinden und mein eigenes Entsetzen zu überleben.«

Pressestimmen

»Das Geisterhaus der Isabel Allende ist ein durch und durch gelungenes Buch, dessen Lektüre literarischer Genuss, dessen Inhalt Anfechtung ist.«

DIE WELT

»Der Roman beweist ein schier überbordendes Erzähltalent, das sich zu immer neuen Höhen steigert.«

Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Isabel Allende ist mit Das Geisterhaus ein erzählerisches Werk von inhaltlicher Breite und einem witzigen, fantasievollen und ironischen Ausdruck gelungen.«

Neue Zürcher Zeitung

»Dieses kunstvolle Debüt von der Nichte Salvador Allendes ist eine Familiensaga von reichhaltiger Symbolik. In Europa ist es bereits ein absoluter Bestseller. Es ist fesselnde Geschichte und leidenschaftliches Zeitzeugnis zugleich … Allendes unverwechselbare Stimme ist von großer Klarheit, Zugänglichkeit und Offenheit und zugleich von einem verschmitzten Charme.«

Publishers Weekly

»Es gibt wenige Reisen, die aufregender sind als die in die Vorstellungswelten eines brillianten Autors. Das Geisterhaus von Isabel Allende bietet dem Leser genau dieses Erlebnis… Obwohl sie weit entfernt sind von unserem tagtäglichen Leben, könnten die Charaktere des Buches mit ihren Freuden und Ängsten kaum aktueller und unmittelbarer sein.«

Cosmopolitan
»Allende schreibt so erfindungsreich, humorvoll und eindringlich, dass Sie bei dem Versuch, einen intelligenten politischen Roman zu schreiben, auch noch ein lebendiges und fesselndes Kunstwerk geschaffen hat. Ihre Figuren sind auf faszinierende Weise plastisch und menschlich.«
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