Bernd Cailloux
Das Geschäftsjahr 1968/69 - Roman

Das Geschäftsjahr 1968/69
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Erschienen: 23.05.2005
edition suhrkamp 2408, Broschur, 254 Seiten
ISBN: 978-3-518-12408-6

Inhalt

BRD, 1965. Auf einem Fortbildungslehrgang für Journalisten lernen sich zwei junge Männer kennen, die gleich spüren, daß sie Großes miteinander vorhaben. Doch noch bremst der Muff der Zeit: Die Schlammstrecke der allgemeinen Wehrpflicht will durchrobbt sein, der dahinterliegende Morast aus bürgerlicher Paarbeziehung und Provinzreporterdasein ebenso.
Dann aber geht es Schlag auf Schlag: nach Düsseldorf, ins Beuys-Umfeld, die beiden Freunde gründen eine Hippie-Gartenlaubenfirma, in durchwachten Nächten wird das erste discoreife Stroboskop-Blitzlicht gebaut, Premiere in Hamburgs coolstem Psychedelic-Club, euphorische Verzückung, weiter zu den Essener Songtagen, Frank Zappa, Freakout-Pfingsten, fette Aufträge und der Traum vom antikapitalistischen Betrieb im Kapitalismus – das »Geschäftsjahr 1968/69« kommt in Fahrt …
Mit präziser Lakonie zeigt Bernd Cailloux die 68er in grellem, aber um so realistischerem Licht: nicht als Polit-, sondern als Start-up-Unternehmen, dessen Visionen, Illusionen, Drogen- und Finanzcrashs unvermutet an die Neunziger erinnern – wie das Technoflimmern an die Flickershows der Sixties.

Pressestimmen

 »... ein Kunstwerk ...
Bernd Cailloux hat der Muße-Gesellschaft von 1968 ein Denkmal gesetzt, das sich im Zeichen von Massenarbeitslosigkeit, Existenzgründungen und Start-ups als überraschend aktuell erweist.«
Der Spiegel
»Ja, es ist unabweisbar: Bernd Cailloux hat der Literatur einen neuen Ton für das bislang vernachlässigte Geschäftsjahr 1968/69 geschenkt.«
Frankfurter Rundschau
»Bernd Cailloux nimmt den Leser in seinem Roman "Das Geschäftsjahr 1968/69" mit auf eine rasante Reise in die 60er Jahre ...
... in einer berückenden Mischung aus Lockerheit und Intensität.«
Bernd Wagner, Deutschlandradio
 »Bernd Cailloux hat dem eigentlich zu Tode erzählten Mythos "Die wilden Jahre der Republik" eine interessante Fabel abgewonnen und transportiert viel von der Stimmung einer Zeit, die scheinbar unermessliche Veränderungsoptionen bereithielt, in Wirklichkeit aber eine ganz normale Epoche mit übersteigerter Aufmerksamkeit für jugendlichen Unmut war. Den Nachgeborenen zur Mahnung, innere Aufbruchstimmungen nicht für äußere Fakten zu halten.« 
Florian Felix Weyh, Deutschlandradio
»... eine flackernde Bilanz des psychedelischen Wirtschaftswunders. […]
Trocken ist seine Sprache, lässig, abgebrüht, aber wann immer ihm danach ist, gelingt es ihm, mit einer präzise funkelnden Wendung den psychedelischen Irrsinn seines Geschäftsjahres ins Bild zu bannen …«
Süddeutsche Zeitung / SZ-Literatur
»Besser hat man lange nicht gelesen, wie sich ein Jahr wie 1968 tatsächlich angefühlt hat, wie es möglicherweise wirklich war, weit ab von der offiziellen Geschichtsschreibung.«
Die Tageszeitung
»Bernd Cailloux hat den besten Roman zu 1968 geschrieben, der durch Originalität des Herangehens und erzählerische Qualität alles in den Schatten stellt, was über diese bewegte Zeit publiziert worden ist.«
  Der Spiegel

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