Michael Rutschky
Das Merkbuch - Eine Vatergeschichte

Das Merkbuch
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D: 19,95 €
A: 20,60 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 16.07.2012
Gebunden, 274 Seiten
ISBN: 978-3-518-42265-6

Inhalt

Der Vater, Jahrgang 1893, kleiner Angestellter bei einer großen Wirtschaftsprüfungsfirma, dokumentiert zwischen 1951 und 1973 sein Arbeitsleben in einer Serie von Notizkalendern. Zunächst bleibt rätselhaft, wozu er sie braucht: Um seinen Vorgesetzten jederzeit Auskunft über seine Arbeitsorte und -zeiten geben zu können? Um seine Einnahmen und Ausgaben unter Kontrolle zu halten? Oder gar, um sich des Aufschwungs zu vergewissern, den die junge Bundesrepublik unverkennbar nimmt?
Und dann wirken sich die Merkbücher des Vaters auch noch als Vorbilder in seiner Familie aus. Mutter und Sohn beginnen ebenfalls, in Notizkalendern ihren Alltag aufzuschreiben, sogar ausführlicher als der Vater. Das Büchlein funktioniert als eine Art Tagebuch vor dem Tagebuch, als Literatur vor der Literatur.
Michael Rutschky rekonstruiert anhand der Notizen einer Familie deren Leben in der frühen Bundesrepublik. Doch er liefert mehr: Die Notizen über Zugabfahrtszeiten, Wocheneinkäufe und Klassenarbeiten ergeben nach und nach nicht nur die Geschichte einer Familie, sondern, im Zusammenhang betrachtet, eine eindrucksvolle und anrührende Frühgeschichte der Bundesrepublik.

Pressestimmen

»Instrumentiert mit den dienstlichen Merkheften des Vaters, allermeist lediglich Zahlen und Namen darin, gelingt ihm anhand familiärer Erinnerungen, durch Recherchen zu Firmengeschichten in souveräner Heiterkeit die bundesdeutschen Fünfzigerjahre so vor unser geistiges Auge zu stellen, als ob sie anders nicht hätten sein können. ... Und nebenbei erfährt man etwas gar nicht so Nebensächliches: Wie er selbst zum Schreiben kam.«

Erhard Schütz, der Freitag

»Rutschky prüft liebevoll die Bücher seines Vaters und gewinnt noch den unspektakulärsten Eintragungen Bedeutung ab.«

Frank Schäfer, taz. die tageszeitung

»Eine nachgetragene Liebeserklärung an einen Mann, der seinem Sohn nicht nur eine prägende Abscheu vor der Angestelltenexistenz mitgab, sondern mit seinen kargen, einer ungeliebten Arbeitswelt abgerungenen Äußerungen auch den allerersten Anstoß zum eigenen Schreiben.«

Ruth Fühner, Frankfurter Rundschau

»...das originellste Buch der Saison.«

Alexander Camman, Die Zeit

»Das Buch trägt den Untertitel eine Vatergeschichte, es ist die anrührende Erinnerung an einen Mann des Jahrgangs 1893, der schon zu alt war, um noch persönlich vom Wunder des deutschen Nachkriegsaufschwungs profitieren zu können.«

Christian Schröder, Der Tagesspiegel
»So entsteht in behutsamer, poetischer Sprache das Bild eines noch einmal davongekommenen Staates, in dem die Bürger den aufrechten demokratischen Gang erst langsam lernen.«
Bernd Noack, Nürnberger Nachrichten

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