Axel Honneth
Das Recht der Freiheit - Grundriß einer demokratischen Sittlichkeit

Das Recht der Freiheit
Leseprobe » Bestellen »


D: 34,90 €
A: 35,90 €
CH: 46,90 sFr

Erschienen: 20.06.2011
Gebunden, 628 Seiten
ISBN: 978-3-518-58562-7

Inhalt

Die Theorie der Gerechtigkeit gehört zu den am intensivsten bestellten Feldern der zeitgenössischen Philosophie. Allerdings haben die meisten Gerechtigkeitstheorien ihr hohes Begründungsniveau nur um den Preis eines schweren Defizits erreicht, denn mit ihrer Fixierung auf rein normative, abstrakte Prinzipien geraten sie in beträchtliche Distanz zu jener Sphäre, die ihr »Anwendungsbereich« ist: der gesellschaftlichen Wirklichkeit.
Axel Honneth schlägt einen anderen Weg ein und gewinnt die heute maßgeblichen Kriterien sozialer Gerechtigkeit direkt aus jenen normativen Ansprüchen, die sich innerhalb der westlichen, liberaldemokratischen Gesellschaften herausgebildet haben. Zusammen machen sie das aus, was er »demokratische Sittlichkeit« nennt: ein System nicht nur rechtlich verankerter, sondern auch institutionell eingespielter Handlungsnormen, die moralische Legitimität besitzen.
Zur Begründung dieses weitreichenden Unterfangens weist Honneth zunächst nach, daß alle wesentlichen Handlungssphären westlicher Gesellschaften ein Merkmal teilen: Sie haben den Anspruch, einen jeweils besonderen Aspekt von individueller Freiheit zu verwirklichen. Im Geiste von Hegels Rechtsphilosophie und unter anerkennungstheoretischen Vorzeichen zeigt das zentrale Kapitel, wie in konkreten gesellschaftlichen Bereichen – in persönlichen Beziehungen, im marktvermittelten Wirtschaftshandeln und in der politischen Öffentlichkeit – die Prinzipien individueller Freiheit generiert werden, die die Richtschnur für Gerechtigkeit bilden. Das Ziel des Buches ist ein höchst anspruchsvolles: die Gerechtigkeitstheorie als Gesellschaftsanalyse neu zu begründen.

– Seit Kampf um Anerkennung die erste große Monographie eines der bedeutendsten Sozialphilosophen der Gegenwart

Pressestimmen

»Will man Honneths enormer Leistung gerecht werden, muss man sie vergleichen mit einer schwierigen Klettertour quer durch die Alpen. Gleich zu Beginn verabschiedet Honneth alle bewährten Bergführer von Kant über Rawls bis zu Habermas und wählt seine eigene Route – mit Hegels Rechtsphilosophie als Notration im Rucksack.«

Rudolf Walther, tageszeitung

»Was Axel Honneth in das formal-dialektische Schema an konkretem Material einbringt, um die realgeschichtliche Dynamik einer zukunftsoffenen, auf mehr Freiheit und stärkere Rechte setzenden gesellschaftlichen Entwicklung freizulegen, macht das Buch zu einem Ereignis in der Theoriegeschichte der Bundesrepublik. Hier kommt die Kritik nicht aus dem intellektuellen Off, hier wird nicht versucht, den Verhältnissen die Leviten zu lesen, sondern hier wird beschrieben, welche Entwicklung die Dinge im Gang der letzten beiden Jahrhunderte aus der Sicht der Soziologie genommen haben. So soll sich zeigen, was sie zur Geschichte der Freiheit beitragen...In der Nähe zu den Phänomenen, in der Einbeziehung literarischer Zeugnisse und in der gleichwohl gewahrten kritischen Reserve gegenüber dem noch bevorstehenden geschichtlichen Ertrag ist das Buch ein historischer Gewinn.«

Volker Gerhardt, Die Welt

»[Axel Honneths] Gesellschaftskritik begnügt sich nicht mit dem Hinweis darauf, dass die Dinge nicht so sind, wie sie sein sollten. Sie will nicht bloß Empörung schüren, sondern schlauer machen: zeigen, was falsch läuft und warum. Im Lichte solcher Diagnosen kann man dann hoffentlich etwas genauer sehen, was man machen kann.«

Hans Bernhard Schmid, Neue Zürcher Zeitung

»Honneths großes Verdienst besteht allerdings nicht allein darin, das politisch Vernünftige noch einmal zu vergegenwärtigen. Vielmehr erinnert sein Buch an eine Bedeutung der Freiheit, die uns beinahe schon abhanden gekommen ist.«

Christian Schlüter, Frankfurter Rundschau

»In seinem neuen Buch Das Recht der Freiheit ist das gesamte systematische Gerüst an Hegel angelehnt.  … In einer eindrucksvoll dichten Rekonstruktion der gesamten Sozialgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts will Honneth demonstrieren, dass die Fortschritte und Rückschritte in der Verwirklichung dieser Formen der Freiheit klar identifizierbar sind. …  Das Kunststück, dem angeblich preußischen Staatsphilosophen [Hegel] Grundlagen moderner Gesellschaftskritik zu entnehmen, ist Honneth jedenfalls überzeugend gelungen.«

Ludwig Siep, Die Zeit

»Honneths Gesellschaftsanalyse ist überaus erhellend, in Teilen aber wirkt sie holzschnittartig: etwa seine Ausführungen zur Familie, deren Wandlungsprozesse er mitunter nachgerade romantisch verklärt. Eine Gerechtigkeitstheorie nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch auf eine Gesellschaftsanalyse zu gründen, bleibt somit eine ebenso lohnenswerte wie dringliche Herausforderung. Den Grundstein hierfür hat Axel Honneth mit seinem Werk gelegt.«

Svenja Flaßpöhler, Deutschlandradio Kultur

»Honneths Buch ist ein imposantes Werk, das versucht durchzubuchstabieren, was Freiheit in den einzelnen gesellschaftlichen Bereichen bedeutet hat und darauf fußend heute bedeuten sollte. ... Die Differenzierung der drei Freiheitsarten bietet jedenfalls einen hochinteressanten Schlüssel zur normativen Rekonstruktion der modernen Freiheitsgeschichte.«

Christoph Fleischmann, Deutschlandradio Kultur

»Es gibt nicht allzu viele Bücher in Soziologie und Philosophie, bei denen man schon nach dem Lesen weniger Sätze sicher ist, dass sie tatsächlich Spuren hinterlassen und auch noch in Jahrzehnten zumindest in den universitären Seminaren Argumente liefern wie auch Fragen aufwerfen werden. Bei Axel Honneths Buch „Das Recht der Freiheit“, 630 immens gelehrten Seiten, darf man sich da sicher sein. Dies liegt zum einen freilich an der akademisch beeindruckenden Biografie Axel Honneths. Zum anderen ist es die ehrgeizige Idee, von der Honneth sich leiten lässt und die dabei in ideengeschichtlicher Perspektive kaum eine Kernfrage von Soziologie und Sozialphilosophie auslässt«

Nicklas Baschek, literaturkritik.de Januar 2012

»[Dieses Buch zielt] darauf, die heutige soziale Ordnung der westlichen Demokratien und ihre selbstverständlichen und gleichsam unausgesprochenen gewährten Freiheitsräume durch die Interpretation soziologischer, historischer und literarischer Texte bewusst zu machen, zu verstehen und schließlich auf ihre unausgeschöpften Gerechtigkeitspotenziale hin zu befragen. Die Frucht dieses ambitionierten Unterfangens ist indes nicht nur für Philosophen von besonderem Interesse, sondern für alle Menschen, die nach den Regeln, Normen und Idealen unseres Zusammenlebens fragen.«

Stefan Militzer, pw-portal.de

Videobeiträge

Audiobeiträge

Bildergalerien

Kommentieren