Hg.: Ulrich Schmid
De profundis - Vom Scheitern der russischen Revolution

Herausgegeben von Ulrich Schmid Mit einem Essay von Karl Schlögel
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D: 28,00 €
A: 28,80 €
CH: 38,50 sFr

Erschienen: 11.09.2017
Gebunden, 572 Seiten
ISBN: 978-3-518-42009-6

Inhalt

Sie hatten die Revolution 1905 scheitern sehen und rechneten mit der russischen Intelligenzija ab, der sie selbst angehörten. In der Niederlage sahen sie die Chance einer radikalen Selbstbesinnung. So beschrieb der Historiker Karl Schlögel das Vorhaben von Autoren wie Pjotr Struwe, einem frühen Weggefährten und späteren Gegenspieler Lenins, der 1909 zusammen mit Nikolaj Berdjajew, Semjon Frank und Sergej Bulgakow den legendären Essayband Wegzeichen zur Krise der russischen Intelligenz herausbrachte. Sie und die anderen Autoren, unter ihnen Juristen, Nationalökonomen, Sozialtheoretiker und Religionsphilosophen, setzten ihre Hoffnung auf die Liberalisierung und begrüßten die Februarrevolution 1917.

Die Machtergreifung der Bolschewiki im Oktober bestätigte ihre schlimmsten Befürchtungen. Unter dem Eindruck der Ereignisse verfassten sie einen Sammelband zur geistigen Lage Russlands, der 1918 druckfertig war: De profundis, »Aus der Tiefe« – der Titel spielt auf den 130. Psalm an –, ist ein einzigartiges Dokument. In apokalyptischen Bildern interpretierten die Gelehrten die epochale Wende: revolutionäre Ereignisse, die sie hatten kommen sehen und die doch an Schrecken alles übertrafen, was sie sich hatten vorstellen können. Eine Welt zog herauf, in der sie als die »Zellen eines sterbenden Körpers« keinen Platz mehr für sich sahen. Ihr Buch konnte erst 1990 in Russland erscheinen.

Der epochale Sammelband mit zeitgenössischen Reaktionen auf die Oktoberrevolution

Pressestimmen

»De profundis bietet eine beunruhigend aktuelle Lektüre.«

Marko Martin, Deutschlandfunk Kultur

»Eine vorzügliche Ausgabe.«

Wladislaw Hedeler, neues deutschland

»Eine würdige Präsentation dieses wichtigen Schlüsselwerks der russischen Geistesgeschichte.«

Volker Strebel, literaturkritik.de

»Dieses Zeitdokument vermittelt einen Eindruck davon, wie die russischen Philosophen und Denker unter dem Schock der Ereigniss die Frage nach ihrer politischen Verantwortung neu stellen.«

tell-review.de

»Für heutige Leser bietet die ›Flaschenpost‹, wie Karl Schlögel De Profundis in seinen aufschlussreichen einleitenden Überlegungen nennt, bemerkenswerte historische Zeitdokumente, die die durch die revolutionären Umbrüche ausgelöste massive politische und soziale Erschütterdung eindrücklich dokumentieren.«

Jennifer Wasmuth, Religion & Gesellschaft 12/2017

»Wer diesen Sammelband zur Kenntnis genommen hat, wird manche Phänomene der jüngeren russischen Geschichte besser verstehen und viele Zusammenhänge klarer erkennen.«

Klaus Steinke, Informationsmittel (IFB)

Kommentare

»Ein wichtiger Band zur Geschichte von 1917.«
Claus Baumgart, ekz.bibliotheksservice, 10.01.2018

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