Serhij Zhadan
Depeche Mode - Roman

Aus dem Ukrainischen von Juri Durkot und Sabine Stöhr
Depeche Mode
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D: 10,00 €
A: 10,30 €
CH: 14,90 sFr

Erschienen: 26.02.2007
edition suhrkamp 2494, Broschur, 245 Seiten
ISBN: 978-3-518-12494-9

Inhalt

Charkiw 1993. Sowjetische Kriegsveteranen und neureiche biznesmeny lauschen im Konzertsaal einem amerikanischen Erweckungsprediger. In ehemaligen Komsomolbüros residieren Werbeleute. Das Jugendradio der ostukrainischen Metropole bringt in Kooperation mit London ein Feature über die irische Volksmusikgruppe »Depeche Mode« und die Rolle der Mundharmonika beim Kampf gegen kapitalistische Unterdrückung. Durch diese hybride Szenerie irren drei Freunde – Dog Pawlow, Wasja Kommunist und der Ich-Erzähler Zhadan, neunzehn Jahre alt und arbeitslos –, um ihren Kumpel Sascha Zündkerze zu finden. Sein Stiefvater hat sich erschossen. Ihre Suche führt sie auf ein verfallendes Fabrikgelände, wo sie eine Molotow-Büste klauen, ins Romaviertel zu einem befreundeten Dealer und schließlich per Nahverkehrszug ins Pionierlager »Chemiker«, wo Zündkerze als Betreuer arbeitet. Als Zhadan ihn schließlich trifft, bringt er es nicht übers Herz, ihm die Wahrheit zu sagen.

›Depeche Mode‹ ist der erste Roman des »ukrainischen Rimbaud« und führt mitten hinein in die Anarchie der postsowjetischen Umbruchszeit

Pressestimmen

»Der 35-jährige Lyriker und Prosaiker ist der Chronist seiner Generation, die mit dem plötzlichen Ausfall gesellschaftlicher Regeln und Normen und dem alltäglichen Chaos der Neuorientierung aufwuchs. Sich in solch einer absurden Situation zurechtzufinden; im Leben bestehen, wenn man den Boden unter den eigenen Füßen verliert und der Sturm der Veränderung über einen hinwegzieht; Mensch bleiben inmitten des Wahnsinns - all das ergründet und bearbeitet Zhadan in seinen Werken. [...] Seine rasante Prosa und Lyrik machen süchtig.«

Ingo Petz, Rheinischer Merkur
»Kommt die Versöhnung womöglich von der Musik? Zhadan scheint ihr viel zu verdanken, seine durchrhythmisierte Sprache verfügt über einen unverwechselbaren Sound. Dieser transportiert Zorn, aber auch Zärtlichkeit. Wir hätten es nicht gedacht: Am Schluß dieses schonungslosen Romans sind wir zutiefst berührt.«
Neue Zürcher Zeitung
»Wissen Sie, was Gehirnsgulasch ist? Nein? Gehirnsgulasch ist genau das, was passiert, wenn man tagelang durchgesoffen hat und dann noch versucht, die Realität in die eigene Wahrnehmung einfließen zu lassen. Auch nachzulesen in: Depeche Mode, dem ersten Roman von Serhij Zhadan. ... Das ist Rock 'n' Roll, wie er sein soll. Schnell, voller Leben und einfach berauschend.«
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»So bastelt er aus disparaten Sinn-Splittern und ideologischen Versatzstücken ein schillerndes Kaleidoskop psychedelischer Szenen, das hinreißend witzig, anarchisch und fantastisch zu lesen ist.«
Berliner Zeitung
»In seinem Erstlingsroman Depeche Modemerkt man, dass der ... Autor ein Dichter ist – den »Rimbaud von Charkiw« nennen ihn einige … Ein Buch für experimentierfreudige Leser.«
Mittelbayrische Zeitung

Nachrichten

Kommentare

Höchst erfreulich, dass der deutsche Leser endlich Gelegenheit bekommt, Zhadan kennenzulernen - eine der populärsten literarischen Stimmen der Ukraine. "Depeche Mode" ist eine brilliant und mit viel Witz geschriebene Geschichte einer Irrfahrt einer Gruppe mehr oder weniger ständig unter Alkohol stehender junger Leute durch die Ukraine der postsowjetischen Umbruchzeit. Explosiv, anarchisch - und streckenweise zum Schreien komisch (wie etwa die Szenen mit dem Erweckungsprediger oder die Diskussion mit einem Radiomoderator über Depeche Mode). Ein absolutes Muss für jeden, der sich ein Bild von der in Deutschland leider viel zu unbekannten Literaturszene der Ukraine machen möchte.

Christian Scharlau, Krakau
chriskrak, 16.03.2007

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