Ryszard Kapuscinski
Der Andere

Aus dem Polnischen von Martin Pollack
Der Andere
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CH: 11,50 sFr

Erschienen: 21.04.2008
edition suhrkamp 2544, Broschur, 92 Seiten
ISBN: 978-3-518-12544-1

Inhalt Inhaltsverzeichnis

Als »besten Reporter der Welt« würdigte Spiegel online Ryszard Kapuscinski nach seinem Tod im Januar 2007. Seine Bücher wie König der Könige und Meine Reisen mit Herodot gehören inzwischen zum Kanon der Weltliteratur. Die Vorlesungen, die Kapuscinski im Jahr 2004 am Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen hielt, waren noch einmal seinem großen Thema gewidmet: der Begegnung mit dem Anderen. Kapuscinski erläutert, welche Bedeutung dieser Begriff Emmanuel Lévinas’ für seine Arbeit hatte und erfüllt die philosophische Kategorie anhand seiner Erfahrungen als Reisender, Journalist und Publizist mit Leben. Das Vermächtnis eines großen kosmopolitischen Intellektuellen.

Pressestimmen

»Ein Zyniker sei für den Beruf des Auslandkorrespondenten nicht geeignet … Zynisch ist Kapuscinski in seinen Schriften tatsächlich nie, obschon eine solche Haltung manchmal nur zu verständlich wäre. An die Stelle des Zynismus tritt bei ihm der Aberwitz. Hat man Aberwitzigeres gelesen als seine Reise durch den ehemaligen Archipel Gulag? Kapuscinski ist eben auch als Reisender ein begnadeter Schriftsteller. Gelegentlich hat man bei der Lektüre des vorliegenden Bandes das Gefühl, dass der Theoretiker hinter diesem Schriftsteller etwas zurückbleibt. Aber dann skizziert er ein Bild der Zukunft, das für beide erst einmal nur Fragen aufwirft. Es ist eine Welt, in der „alle an allen Orten Andere gegenüber Anderen“ sind. „Wer wird dieser neue Andere sein?“ Wie können künftige Theoretiker ihn beschreiben? Wie künftige Reporter seinen Blick aufnehmen?«  
Süddeutsche Zeitung
»Der Reporter legt hier das philosophische Rüstzeug vor, das ihm in den Krisengebieten der Welt den Blick schärfte. Dabei leiteten ihn besonders das dialogische Denken von Emanuel Lévinas und die teilnehmende Beobachtung, die Kapuscinski von seinem Landsmann, dem Ethnologen Bronislaw Malinowski, erlernt und für das journalistische Schreiben adaptiert hat. Die Entwurzelung aus der eigenen Kultur, sagt Kapuscinski, kann nur dann produktiv werden, wenn der Mensch die »eigene, gesicherte Identität« ausgeprägt und ein »Bewusstsein seiner Kraft, seines Wertes, seiner Reife« entwickelt hat. Nur dann kann er sich »mutig einer anderen Kultur stellen.«
Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Wie unerhört der Einfluss auch der Philosophie auf die Prosa Kapuscinskis ist, war immer schon unüberlesbar, wird nun aber in dem Band Der Andere recht eigentlich erst thematisch, der soeben in der edition suhrkamp erschienen ist. Der Band versammelt die Vorlesungen, die Kapuscinski im Jahr 2004 am Wiener Institut für die Wissenschaften vom Menschen hielt und die seinen großen Themen gewidmet waren: der Begegnung mit dem Anderen. Die Kategorie des Anderen gewinnt bei Kapuscinski noch einmal all die Frische, den Glanz und die analytische Kraft, die dieser Schlüsselvokabel humanistischer Denkart zukommt.«
Christian Geyer, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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