Peter Handke, Siegfried Unseld
Der Briefwechsel

Herausgegeben von Raimund Fellinger und Katharina Pektor
Der Briefwechsel
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D: 39,95 €
A: 41,10 €
CH: 53,90 sFr

Erschienen: 10.12.2012
Leinen, 798 Seiten
ISBN: 978-3-518-42339-4

Inhalt

Einen feierlichen Ton wählt Siegfried Unseld im Eingangssatz seines ersten Briefs an Peter Handke: „ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, daß wir nach genauer Lektüre Ihres Manuskriptes uns entschieden haben, Ihre Arbeit in den Suhrkamp Verlag zu übernehmen.“ Mit diesem Schreiben vom August 1965 setzt eine Korrespondenz ein, in der nach annähernd 600 Briefen Peter Handke dem Verleger zum 75. Geburtstag gratuliert: „Du bist und warst wie selten einer zum stillen, wohltätigen Dasein und Mitgehen (und Vorausschwimmen) fähig.“

Über einen Zeitraum von mehr als 35 Jahren besprachen Peter Handke und Siegfried Unseld das ihnen Wichtigste schriftlich: die Literatur, die Bücher, unterrichtete der Autor den Verleger von seinen Vorhaben, hielt Unseld schriftlich seine Eindrücke über die neuen Manuskripte fest, diskutierten beide Erscheinungstermin und Ausstattung von Büchern, Publikationsstrategien und Kritikerrezensionen.

Am Leitfaden der intensiven Arbeit an und für Literatur eröffnet dieser Briefwechsel völlig neue Einsichten in die Bedingungen des Schreibens und der Verbreitung von Büchern, zeichnet die intellektuelle Biographie beider Korrespondenten, ihr unablässiges Arbeiten an neuen Ausdrucksformen sowie deren materiellen, geographischen, politischen und persönlichen Begleitumstände. Konflikte zwischen beiden sind unausweichlich – ebenso unausweichlich ist es, daß sie beigelegt werden, denn für Peter Handke wie für Siegfried Unseld gilt: allein die Literatur schafft Möglichkeiten eines freien Lebens, in dem Phasen des Glücks vorherrschen können.

Pressestimmen

»Handke hat unglaublich empfindliche Wahrnehmungsorgane. Das liest sich in diesen Briefen, wenn es fast ausschließlich um ihn und seine Empfindlichkeiten geht... Es führt aber doch zum Kern von Handkes Wahrnehmungs- und also Schreibkunst.«

Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»... eine Literaturgeschichte aus allererster Hand, das Beziehungsdrama zweier Jahrhundertgestalten. ein pulsierendes Lebenswerk. Das wichtigste Buch des Jahres.«

Richard Kämmerlings, Welt am Sonntag

»Beeindruckend und erstaunlich an dieser Korrespondenz ist die spürbare Entschlossenheit zweier sehr starker, sehr souveräner Männer, der gemeinsamen Sache zuliebe alles persönlich Heikle oder Trennende im Zweifelsfall zurückzustellen; hinter die Sache, die sie verbindet: Die Literatur.«

Ursula März, Deutschlandfunk

»Die mit vorbildlicher Akkuratesse edierten rund 800 Seiten sind ein unerlässlicher Kommentar zu Handkes Schaffen, sie erhellen das prekäre Verhältnis zwischen Schöpfer und Verwerter, der erheblich mehr zu sein hat...Siegfried Unselds verlegerische Jahrhundertgestalt gewinnt in dieser Veröffentlichung neue Facetten, sie zieht die Konturen seines Bilds verstärkend nach. Was für ein Jammer, wären derartige Dokumente verloren... «

Ulrich Weinzierl, Die Welt

»Dieses Buch wird hoffentlich nicht nur Leser finden, die an Interna der Verlagswelt interessiert sind. Es gibt hier ein gewaltiges Zeugnis einer Autor-Verleger-Bindung zu bestaunen, das wie ein herrliches Relikt in unsere kleinmütigen Zeiten ragt.«

Volker Hage, Der Spiegel 50/2012

»Nicht nur psychologisch und kreativitätspsychologisch jedoch ist dieser Briefroman spannend. Man kann ihn vielfaltig lesen: als Zeitroman der sechziger und siebziger Jahre, als Porträt eines Ausgewanderten, als Reiseliteratur, als Beispiel lebenspraktischer Gewinnung von Welt und Überwindung von Provinzialität, als Bildungsroman.«

Volker Hage, sonntaz

»Im vergangenen Jahrzehnt schien es bisweilen, als lösten sich die Konturen dieser beiden Literaturmenschen in Gerüchten, Anekdoten und Sensationen auf; ... Hier werden die Konturen noch einmal deutlich, und wir sehen, mit wem wir es zu tun haben: mit einem überragenden Verleger und einem überragenden Schriftsteller, die zur Augenhöhe fanden.«

Literaturen

»Es ging dabei nicht um eine Pluralkrise, es ging um den Kern, die Verwandlung eines Manuskripts des Singulars Handke in ein Buch. Die tiefste Schicht dieses Briefwechsels, in dem nicht zufällig Herstellungsprozess und Druckfehler Hauptrollen spielen, liegt hier, in der Risikozone der Ablösung eines Buchs vom Autor.«

Lothar Müller, Süddeutsche Zeitung

Kommentare

... hinein blättern, da und dort hängenbleiben, vor allen auch in den Anmerkungen, in den ausführlichen Zitaten aus der Unseld Chronik, seinen Reisenotizen, immer einmal wieder einen Namen entdecken und an dem hängen bleiben, sogar im Personenregister nach Namen schauen und einzelne Seiten nachlesen und so wieder ein paar erfreuliche Stunden mit Peter Handke und Siegfried Unseld verbringen ... Selten lese ich Bücher mit mehr Spannung und Interesse und Gewinn!
Dank an die Herausgeber Raimund Fellinger und Katharina Pektor und natürlich auch den unverzichtbaren Suhrkamp Verlag!(Quelle: Hugendubel Buch-Blog)
Siegfried Völlger, Hugendubel, 22.01.2013

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