Miguel Barnet
Der Cimarrón - Die Lebensgeschichte eines entflohenen Negersklaven aus Cuba, von ihm selbst erzählt

Herausgegeben von Miguel Barnet. Aus dem Spanischen von Hildegard Baumgart. Mit einem neuen Vorwort des Autors zur vorliegenden Ausgabe. Aus dem Spanischen von Lisa Grüneisen
Der Cimarrón
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Erschienen: 22.02.1999
suhrkamp taschenbuch 3040, Broschur, 256 Seiten
ISBN: 978-3-518-39540-0

Inhalt

Miguel Barnet und eine Gruppe von Ethnologen besuchten den hundertdreijährigen Esteban Montejo. Sie begegneten einem hochintelligenten, eigensinnigen Mann voller Erinnerungen an längst Vergessenes, Erinnerungen aus dem Leben der Negersklaven, aus der Zeit der Abschaffung der Sklaverei auf Cuba und des Befreiungskrieges gegen die spanischen Kolonialisten.

Montejo ist ein Cimarrón, ein entlaufener Sklave, der lange Jahre in absoluter Einsamkeit in den Bergen gelebt hat. Später schloß er sich den Aufständischen an, die gegen die Invasion Cubas durch die Amerikaner kämpften. "Der Cimarrón" entstand nach Tonbandaufnahmen von Gesprächen, die Miguel Barnet über Wochen und Monate mit Esteban Montejo geführt hat. Das Überraschendste daran ist die bilderreiche Sprache dieses ehemaligen Sklaven. Von unseren Augen vollzieht sich die lebendige Vermischung von afrikanischen Mythen mit dem Katholizismus zu einer der afro-cubanischen Religionen, wie sie Barnet in seinem Buch "Cultos afro-cubanos" beschreibt. Esteban Montejo schildert alles von seinem persönlichen Standpunkt aus: das Leben als Sklave auf der Zuckerrohrplantage, das Leben in den Bergen, den Krieg, die Zeit, als die Spanier wohl vertrieben, aber durch die Nordamerikaner ersetzt waren.

"Dieses Buch", schrieb Lévi-Strauss, "eröffnet eine völlig neue Gattung der ethnologischen Literatur. Ihr Kennzeichen: eine Vertrautheit mit der Wirklichkeit der untersuchten Ethnie, die weit über alles früher Versuchte hinausgeht". Die Lebensgeschichte von Esteban Montejo wurde 1971 unter dem Titel El Cimarrón von Hans Werner Henze vertont.

 

 

 

Pressestimmen

"Bereits mit seinem ersten Roman, dem "Cimarrón", gelang ihm 1966 der große Wurf. Mit dieser "Lebensgeschichte eines entlaufenen Negersklaven von ihm selbst erzählt" - so der Untertitel - schuf der damals 26-jährige Ethnologe ein neues Genre: die "novela testimonio", die Verschmelzung von Ethnologie und Poesie."
Neue Zürcher Zeitung
"Ein solches Buch hat es noch nie gegeben, und es ist unwahrscheinlich, daß es je wieder ein Buch dieser Art geben wird. Durch den Cimarrón erhält das Wort "einzigartig" erst seinen Sinn."
Graham Greene
"Der Reiz dieses großartigen menschlichen Testaments ist wie kaum etwas anderes dazu angetan, zum Verständnis der kubanischen Geschichte und des kubanischen Nationalcharakters beizutragen."
Times Literary Supplement
Hier ist ein Erzählstil zustande gekommen, der in seiner abrupten Treffsicherheit, seiner Zeitraffung oder auch chronologischen Sprunghaftigkeit manchen modernen Schriftsteller in den Schatten stellen könnte. Kurzum, ein Buch der Bücher, Lesenahrung nicht nur für einmal.
Hannoversche Allgemein Zeitung

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