Ulrich Beck
Der eigene Gott - Von der Friedensfähigkeit und dem Gewaltpotential der Religionen

Der eigene Gott
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D: 19,80 €
A: 20,40 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 19.05.2008
Gebunden, 275 Seiten
ISBN: 978-3-458-71003-5

Inhalt

Alle Weltreligionen sehen sich zu Beginn des 21. Jahrhunderts radikalen Transformationen ausgesetzt, alle Weltreligionen ebenso wie alle kulturellen Schöpfungen und Symbole existieren gleichzeitig nebeneinander und stehen meist, herausgelöst aus ihren zeitlichen und räumlichen Kontexten, offen für eine allgemeine Verfügbarkeit, für fundamentalistische oder individuelle Aneignungen.

Globalisierung bietet nicht nur die große Chance für die Weltreligionen, sich aus den territorialen Bindungen der Nationalgesellschaft und des Nationalstaates zu lösen und ihre transnationalen Dimensionen, Netzwerke und Imaginationen von „Gemeinschaft“ neu zu entdecken und wiederzubeleben. Zugleich werden auf diese Weise auch wechselseitig die Monopolansprüche in Frage gestellt. Die Weltreligionen sehen sich dazu gezwungen, im grenzenlosen Raum massenmedialisierter Öffentlichkeit und Nachbarschaft miteinander konkurrieren und kommunizieren müssen. Das post-säkulare Zeitalter hat den Modernitätsstreit zwischen Religionen und Säkularismen zu überwinden zugunsten einer Zivilisierung der Zivilisation (die geistliche Einheit des Menschengeschlechts verpflichtet die Bevölkerungen unterschiedlichen Glaubens, einen „gemeinsamen Pfad“ zu finden). Wie steht der Einzelne, als religiöser oder als nicht-religiöser Bürger, wie stehen Christen, Juden und Muslime zum „Geist“ der Weltgesellschaft?

Pressestimmen

»Der im vergangenen Jahr gestartete Verlag der Weltreligionen stellt nicht nur Editionen, sondern mit seinen Essaybänden auch ein Forum für Religionsdiskurse in Aussicht. Unter den bisher veröffentlichten Bänden reiht sich Becks Versuch thematisch neben der Streitschrift Peter Sloterdijks über den Gotteseifer ein. Im Ensemble der vorgesehenen Texte macht der Verlag mit dem programmatischen Buch Becks die religionskritische Linie stark. Das ist gut so, weil sich erhoffen läßt, dass die Auseinandersetzung um das Verständnis und die Bedeutung von Religionen intellektuell davon profitiert. ... Becks Studie führt in das Fegefeuer des individualisierten Gottesmanagements. Wie vor Michelangelos theologischer Intervention, die er als Gericht malte, ist man mit der Wahrheit über sich selbst konfrontiert, diesmal aber im Blick eines Gottes, der dem Selbst zum Verwechseln ähnlich sieht.«
Gregor Maria Hoff, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Ein Vierteljahrtausend nach der europäischen Aufklärung ist die Religion mit Wucht zurückgekehrt. Und zwar ... in der intoleranten, buchgläubigen, wissenschaftsfeindlichen und totalitären Variante des religiösen Fundamentalismus.
Für den deutschen Soziologen Ulrich Beck ist die Rückkehr der Religion »weit bedeutsamer als der Zusammenbruch der Sowjetunion und des Ostblocks«. Denn sie treffe nicht nur »einige geopolitische Institutionen, sondern gefährdet das Gefüge der Grundannahmen und Basisinstitutionen und damit letztlich die Zukunft der europäischen Moderne«. Europäische Denker wie Karl Marx, Friedrich Nietzsche, Sigmund Freud oder Max Weber gingen, so verschieden ihre Vorstellungen sonst sein mochten, wie selbstverständlich davon aus, dass die Religion aussterben werde. Becks neues Buch, Der eigene Gott, ist darum auch »das Eingeständnis eines Scheiterns«. »Ich, Soziologe, der ich bin, habe im Glauben an die Erlösungskraft der soziologischen Aufklärung das Säkularismus-Idiom im Blut. Die Prämisse der Säkularisierung, pointiert gesagt: die Vorstellung, dass mit fortschreitender Modernisierung das Religiöse sich selbst erledigt, kann nicht ohne weiteres, auch wenn diese Prognose historisch erledigt wäre, aus dem soziologischen Denken herausoperiert werden.« ,
Alan Posener, Welt am Sonntag

»... ein wichtiges Buch zur Erhellung der gesellschaftlichen und religiösen Lage.«

Hans Joachim Türk, Neue Ordnung Heft 4/ Aug 2009

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