Isaiah Berlin
Der Igel und der Fuchs - Essay über Tolstojs Geschichtsverständnis

Aus dem Englischen von Harry Maor
Der Igel und der Fuchs
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D: 12,80 €
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CH: 23,00 sFr

Erschienen: 18.05.2009
Bibliothek Suhrkamp 1442, Gebunden, 104 Seiten
ISBN: 978-3-518-22442-7

Inhalt

»Der Fuchs weiß viele Dinge, aber der Igel weiß ein großes Ding.« Dieses Versfragment des griechischen Dichters Archilochos beschreibt die zentrale These von Isaiah Berlins (1909–1997) meisterhaftem Essay über Tolstoj, in dem er eine fundamentale Unterscheidung trifft – zwischen Leuten (Füchsen), die sich von einer unendlichen Vielfalt von Dingen angezogen fühlen, und solchen (Igeln), die alles auf ein einziges, umfassendes System beziehen.

Tolstoj sehnte sich nach einer einheitlichen Sicht der Dinge, aber seine Wahrnehmung von Menschen, Sachen und historischen Augenblicken war so genau, daß er nicht anders konnte, als zu schreiben, wie er sah, fühlte und verstand. Er war von Natur ein Fuchs, der ein Igel sein wollte.

 

Pressestimmen

»Zu den schönsten Essays des politischen Philosophen gehört seine Annäherung an das Geschichtsdenken von Leo Tolstoj. Hier blitzt Berlins Brillanz auf, derentwegen man ihn nicht mehr aus der Hand legen möchte: In seinen scheinbar weitschweifigen Umkreisungen nähert er sich allmählich dem Gegenstand an - was diesen genauer konturiert als jeder Thesenschnellschuss. Tolstojs Ringen mit der Darstellung von Geschichte und menschlicher Natur in seinem Epos Krieg und Frieden wird bei Berlin zum elegant inszenierten Drama des 19. Jahrhunderts.«

Alexander Cammann, Zeit

»In seinem vielleicht glanzvollsten, erstmals 1953 erschienenen Essay Der Igel und der Fuchs geht es ausweislich des Untertitels um »Tolstojs Geschichtsverständnis«. Tatsächlich gehen die Ausführungen weit darüber hinaus. ... Man ist also nicht allein Zeuge einer originellen Auslegung eines bedeutenden russischen Autors, ... sondern auch unmittelbar im Zentrum eines politischen Denkens, das neben aller vielbewunderten gelehrten Belesenheit vor allem zeigt, daß es am unerbittlichen sketpischen Scharfsinn der Oxforder Spielart der analytischen Pihilosophie geschult ist.«

Jens-Christian Rabe, Süddeutsche Zeitung

»Mit Archilochos' Parabel von Vielwisser Fuchs und Systemdenker Igel schuf Berlin eine unvergessene Typologie der Intellektuellen des neunzehnten Jahrhunderts.«

teut, Frankfurter Allgemeine Zeitung

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