Tomas Venclova
Der magnetische Norden - Gespräche mit Ellen Hinsey. Erinnerungen

Aus dem amerikanischen Englisch von Claudia Sinnig
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Erschienen: 06.03.2017
Gebunden, 652 Seiten
ISBN: 978-3-518-42633-3
Auch als eBook erhältlich

Inhalt

Er hat sie alle noch gekannt: Joseph Brodsky und Czesław Miłosz ebenso wie Wisława Szymborska, Anna Achmatowa, Boris Pasternak und die sowjetischen Dissidenten. Als Kind erlebte Tomas Venclova die Okkupation seiner Heimat – erst durch die Sowjets, dann durch die Nazis. Sein Hunger nach Welt war unstillbar: Er ging nach Leningrad, lernte Sprachen, befasste sich mit der modernen Poesie und geriet als Übersetzer und Dichter früh ins Visier des KGB. 1976 gehörte er zu den Mitbegründern der litauischen Helsinki-Gruppe für Menschenrechte. Während eines Aufenthaltes in den USA wurde ihm 1977 die sowjetische Staatsbürgerschaft entzogen. Er lehrte bis 2012 an der Yale University und lebt seit 1990 auf zwei Kontinenten – ein Emigrant, der am unabhängigen Litauen zu viel auszusetzen hatte, um in sein Heimatland zurückzukehren, und sein Exil als »Glücksfall« empfand. 

In Gesprächen mit seiner Dichterkollegin und Übersetzerin Ellen Hinsey rekapituliert er sein Leben und lässt das 20. Jahrhundert wiederauferstehen: Ob es um Freundschaften geht oder um Fragen der Poesie, ob er über die Politik der Großmächte oder über die verwickelte Geschichte Mittelosteuropas spricht – Venclovas Klugheit und Selbstironie geben dieser großen europäischen Erzählung von Entwurzelung und Heimatlosigkeit etwas heiter Gelassenes.

Pressestimmen

»Politisches Gezündel, ja ganze Weltenbrände hat Tomas Venclova in den bald achtzig Jahren seines Lebens zur Genüge erfahren. Der sechhundertseitige Erinnerungsband Der magnetische Norden spiegelt die großen Linien der Geschichte in seiner Biografie wider.«

Judith Leister, Neue Zürcher Zeitung

»Venclova gelingt das Kunststück, ohne jedes Pathos zu erzählen, wie Wahrheit über Lüge und Freiheit über Unterdrückung siegt.«

Reinhard Veser, Frankfurter Allgemeine Zeitung

» ... ein sehr lesenswertes Buch.«

Nico Bleutge, Süddeutsche Zeitung

»Der magnetische Norden ist ein Buch der Hoffnung. Es berichtet von einer poetischen und intellektuellen Stimme, die sich bis heute nicht hat unterdrücken lassen und weltweit Respekt genießt.«

Judith Leister, SWR

»Der magnetische Norden reiht sich in die große europäische Erinnerungsliteratur über das 20. Jahrhundert ein. Nichts ist rührselig, nichts rückwärtsgewandt. Vielmehr ist Venclova ein scharfer Beobachter, der voller Witz, Selbstironie und mit beeindruckender Gelassenheit seine Lebensgeschichte erzählt. … Ein Buch voller magnetischer Kraft, dem man gebannt folgt.«

Christine Hamel, WDR

»Venclovas Klugheit und Selbstironie geben dieser großen europäischen Erzählung von Entwurzelung und Heimatlosigkeit etwas heiter Gelassenes.«

Hessischer Rundfunk

»Faszinierend zu lesen, bei aller historischen Schwere voller Leichtigkeit und Selbstironie, mit einer Zeittafel und einem umfassenden Personenregister versehen, könnte dieses Buch wohl zum Standardwerk über Litauen avancieren.«

Gerhild Heyder, Die Tagespost

»Es ist ein Glücksfall, dass so ein gebildeter, feinfühliger, wortmächtiger und dabei bescheidener Zeuge und Teilnehmer des 20. Jahrhunderts seine Erfahrungen und Einsichten teilt.«

Carsten Hueck, ORF Ex Libris

»Der magnetische Norden ist ein spannendes Buch, das den Leser durch seinen fließenden Erzählton mitnimmt, das unser historisches Wissen vertieft und anschaulich macht, wie man würdevoll auch in totalitären Zeiten leben kann.«

Carsten Hueck, Deutschlandradio Kultur

Kommentare

»Der ›litauische Odysseus‹«
Thomas Kling, 01.12.2016

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