Hans Blumenberg
Der Mann vom Mond - Über Ernst Jünger

Herausgegeben und mit einem Nachwort von Alexander Schmitz und Marcel Lepper
Der Mann vom Mond
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D: 19,80 €
A: 20,40 €
CH: 28,50 sFr

Erschienen: 08.10.2007
Gebunden, 185 Seiten
ISBN: 978-3-518-58483-5

Inhalt

In der Geistesgeschichte des 20. Jahrhunderts ist kaum eine überraschendere Konstellation denkbar als die zwischen Hans Blumenberg und Ernst Jünger. Ernst Jünger, der "Mann vom Mond", gehört zu denjenigen Autoren der Gegenwart, die polarisiert und Anlaß zu überaus heftigen Kontroversen gegeben haben. Zwischen Nationalbolschewismus und Postmoderne oszilllierend, sind Ernst Jüngers Werke Streitschriften.
Weitgehend unbekannt ist, daß Hans Blumenberg sich nicht nur intensiv mit Literatur auseinandergesetzt, sondern seit der Nachkriegszeit auch dem Werk Ernst Jüngers zahlreiche brillante Texte gewidmet hat. Durchaus mit Bewunderung für Jüngers stilistische Präzision, jedoch mit ebenso unerbittlicher, aber weder denunziatorischer noch entschuldigender Kritik an den politischen wie theoretischen Einstellungen Jüngers wie auch deren literarischen Umsetzungen nehmen sie die »Jahrhundertgestalt« Ernst Jünger in den Blick.
Dieser Band versammelt die weitgehend unveröffentlichten Jünger-Artikel und Jünger-Glossen aus dem Nachlaß des Philosophen – versehen mit einem editorischen Kurzkommentar.

Pressestimmen

»Jünger war Blumenberg «Jahrhundertgestalt». Nicht dass der Schriftsteller und Diarist einem erfüllten Jahrhundert «Gestalt» gegeben oder gar den Sinnbedarf der Nachgeborenen befriedigt hätte. Auch die wechselnden «Gestalten», in denen Jünger seine Epoche erfasste – der Krieger, der Arbeiter, der Anarch –, blieben eher Selbststilisierungen. Den Philosophen, der die Schere zwischen der Lebenszeit des Menschen und der Unendlichkeit der Weltzeit zum grossen Thema machte, musste vielmehr die kosmische Lebensspanne des Hundertjährigen beschäftigen, in der Platz für das Wiedererscheinen des Halleyschen Kometen gewesen war. Eine solche Lebensspanne erhöht die Chance, mit endlichen Mitteln ein Übermass an Realität zu bewältigen, wie Blumenberg sagt. Aber sie birgt auch das Risiko eines »dogmatischen Platonismus«. Mit dem Alter mehren sich Erlebnisse, die man schon einmal hatte, als sei alles nur Wiedererinnerung, ein Nachbild ursprünglicher Sensationen. Für beides steht Jünger: als Sammler auf »subtiler Jagd«, der eine Systematik in der Vielgestaltigkeit der Insektenwelt sucht, und als Tagebuchschreiber, der jede Erscheinung nur als Symptom, jedes Ereignis als Exempel einer hintergründigen Wahrheit behandelt. «
Ahlrich Meyer, Neue Zürcher Zeitung

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