Uwe Tellkamp
Der Turm - Geschichte aus einem versunkenen Land. Roman

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Erschienen: 15.03.2010
suhrkamp taschenbuch 4160, Broschur, 976 Seiten
ISBN: 978-3-518-46160-0
Auch als eBook erhältlich


Inhalt

Ein monumentales Panorama der untergehenden DDR, in der Angehörige dreier Generationen teils gestaltend, teils ohnmächtig auf den Mahlstrom der Revolution von 1989 zutreiben. Kein anderes Buch hat in den letzten Jahren gleichermaßen Kritiker und Publikum derart begeistert.

Das Dresdner Villenviertel, vom real existierenden Sozialismus längst mit Verfallsgrau überzogen, schottet sich ab. Anne und Richard Hoffmann stehen im Konflikt zwischen Anpassung und Aufbegehren: Kann man sich vor den Zumutungen des Systems in die Dresdner Nostalgie flüchten? Oder ist der Zeitpunkt gekommen, die Ausreise zu wählen? Christian, ihr ältester Sohn, bekommt die Härte des Systems in der NVA zu spüren. Sein Onkel Meno Rohde steht zwischen den Welten: Er hat Zugang zum Bezirk »Ostrom«, wo die Nomenklatura residiert, die Lebensläufe der Menschen verwaltet werden und deutsches demokratisches Recht gesprochen wird. In epischer Sprache, in eingehend-liebevollen wie dramatischen Szenen beschreibt Uwe Tellkamp den Untergang eines Gesellschaftssystems.

Der Turm als TV-Zweiteiler

Die Verfilmung von Uwe Tellkamps Roman Der Turm wird am 3. Oktober 2012 in der ARD ausgestrahlt. Der zweite Teil folgt am Tag darauf. Die Hauptrollen spielen Jan Josef Liefers, Sebastian Urzendowsky, Götz Schubert und Claudia Michelsen, Regie führte Christian Schwochow.

Dazu Uwe Tellkamp: »Tagelang ist mir dieser Film von Christian Schwochow nachgegangen, tagelang konnte ich nicht schlafen, haben wir im Freundeskreis diskutiert. Ein bewegender, tief beeindruckender Film, für den ich allen Beteiligten Dank sagen möchte. Hervorzuheben ist vieles. Das Tempo – und trotzdem hat man das Gefühl von Ruhe und Geduld, die sich der Regisseur bewahrt, um seine Figuren, die er spürbar liebt, aufzubauen und zu beobachten. Die durch die Bank großartigen schauspielerischen Leistungen. Es wird mir in Zukunft schwerfallen, Anne oder Richard, Christian oder Meno, Judith Schevola anders zu sehen als mit den Gesichtern und Gesten, die sie im Film haben. Insofern ist die Kraft dieses Films für mich auch gefährlich. Keine einzige Figur des Films ist platt oder unglaubhaft. Sie sind Charaktere, vielschichtige Menschen; keine Karikaturen. Ihre Spielfreude, ihr Witz und ihre Vitalität prägen sich ein, für mich sind sie unvergeßlich. Wenn man darüber nachdenkt, was das versunkene Land DDR gewesen ist, wird man nicht nur eine oder gar ›die‹ Wahrheit darüber finden können. Wahrscheinlich gibt es so viele Wahrheiten wie gelebte Leben. Dennoch kann man diese vielen Wahrheiten miteinander vergleichen und übereinanderlegen, wodurch Grundlinien deutlich werden, die sie gemeinsam haben. Schwochows Film zeigt eine dieser Linien – differenziert und ohne Klischees, wie sie im Buch leider hin und wieder vorkommen. Man hat verschiedentlich gesagt, der Roman Der Turm werde bleiben. Ich bin mir da nicht so sicher. Sollte die Zukunft aber seine Haltbarkeit erweisen, wird das Buch sie zu einem guten Teil diesem Film zu verdanken haben.«

Der Produzent Nico Hofmann (teamWorx) hatte die Film- und Fernsehrechte für Uwe Tellkamps Bestseller erworben: »Selten hat mich ein Buch in den letzten Jahren so fasziniert wie Uwe Tellkamps Roman Der Turm. Für mich, Jahrgang 1959 und aus dem Westen stammend, ist diese Introspektion in eine außergewöhnliche Familiengeschichte der DDR etwas ganz besonderes: Tellkamp hat mir Facetten eines Lebens in der DDR nahe gebracht, die ich so noch nicht erlebt und erfahren hatte.«
Der Zweiteiler ist in Koproduktion mit dem MDR und der ARD Degeto sowie NDR, BR, WDR, SWR und RBB entstanden.

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Kommentare

I am reading "Der Turm" by U. Tellkamp (in the Italian translation, unfortunately). As a professor of Theory of Literature (at the University of Chieti-Pescara, Italy), I can state that "Der Turm" is one of the best novels that have ever been written. Mr Tellkamp is really a heir of Th. Mann. His narrative ability and his linguistic abilities are sophisticated and tempting. Mr Tellkamp is one of the very few contemporary writers that deserve and merit attention and full appreciation.
Luciano Vitacolonna , 17.02.2012

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