Dietmar Dath
Die Abschaffung der Arten - Roman

Die Abschaffung der Arten
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Erschienen: 25.01.2010
suhrkamp taschenbuch 4145, Broschur, 552 Seiten
ISBN: 978-3-518-46145-7

Inhalt

Das Zeitalter, das wir kennen, ist längst vorbei. Wo einmal Europa war, gibt es nur noch drei labyrinthische Städte, die eher gewachsen sind, als daß sie erbaut wurden. Die Welt gehört den Tieren. Cyrus Golden, der Löwe, lenkt den Staat der drei Städte. Als ein übermächtiger Gegner die neue Gesellschaft bedroht, schickt er den Wolf Dimitri als Diplomaten aus – er soll im einstigen Nordamerika einen Verbündeten finden. Die Nachtfahrt über den Ozean führt den Wolf an den Rand seiner Welt, wo er erkennt, »warum den Menschen passiert ist, was ihnen passiert ist«.

Die große spekulative Literatur über Niedergang und Wiedergeburt der Zivilisation reicht von Thomas Morus über H. G. Wells und Jules Verne bis hin zu Stephen King und William Gibson. Dietmar Dath schreibt sie mit diesem Roman fort.

Shortlist des Deutschen Buchpreises 2008

Pressestimmen

»... der produktivste und radikalste Schriftsteller Deutschlands«

Thomas Lindemann, Die Welt
»Schluß mit der Wirklichkeit! Her mit der Wahrheit! Dabei hilft der Roman. Dath dichtet eben nicht hilflos einer öden Wirklichkeit hinterher. Er dichtet mutig voran. Dem Leser schwirrt der Kopf, und immer wieder wirft es ihn weit, weit aus dem Buch hinaus. Aber - ist es die Anziehungskraft der Hauptgeschichte, die Schönheit der Sprache, die schöner ist, als in den alten Büchern, ist es die Absonderlichkeit der Charaktere, die einen diesmal immer wieder ins Buch zurückziehen? Es ist wohl von allem etwas. Jedenfalls, für all die Leser, die die früheren Daths, abwartend, staunend aus der Ferne an sich vorbeiziehen ließen, ist jetzt der Zeitpunkt einzusteigen. Die Abschaffung der Arten ist ein verrücktes Buch, ist große, spekulative Literatur, mit Phantasie, Kenntnis und Dichtungskunst.«
Volker Weidermann, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung
»Unlängst umriss Dietmar Dath anlässlich eines Interviews die drei Hauptgenres der fantastischen Literatur: Beim Horror gehe es um den Körper, Sex und Gewalt, im Fantasy-Genre stehe meist eine Reise, oft eine spirituelle, im Mittelpunkt, und die Science Fiction sei das Spielfeld des Spekulativen. Doch lediglich in der angelsächsischen Literatur würde all dies literarisch wertvoll beackert. Mit einem 550 Seiten starken Wälzer hat er diesem Misstand nun selbst abgeholfen: Die Abschaffung der Arten ist allerfeinste Genreliteratur ... In der deutschen Gegenwartsliteratur jedenfalls lässt sich weit und breit nichts Vergleichbares entdecken. «
Tom Thelen, Galore Oktober 2008

»Die Abschaffung der Arten, das bisherige Opus Magnum von Dietmar Dath: Europa, irgendwann in der Zukunft: Die Tiere regieren, sinnieren über die heillose Einfalt der Menschen und sind selbst tödlicher Gefahr ausgesetzt. Ein Buch, irgendwo zwischen Douglas Adams, George Orwell und Philip K. Dick. Großartig.«

GQ Oktober 2008
»Dieser Roman steckt voller Einfälle, Wortwitz und fulminanter Szenen ... Dath macht mächtig Lärm - aber auch die allerschönste Zukunftsmusik. Während er den Leser intellektuell herausfordert und sprachlich umgarnt, schickt er ihn auf eine abenteuerliche Entdeckungsreise: nach Formen des Umgangs und der Verständigung, die man endlich menschlich nennen könnte.«
Meike Fessmann, Basler Zeitung, baz.online
»Man muss, um sich in dieser Wunderwelt zurechtzufinden, das Bekannte (Dath nennt unsere Epoche schlicht die Langeweile, so beleidigend wie treffend) vergessen. Reisen wie die in diesem Buch sind nicht dazu da, die Heimat besser zu verstehen, sondern dazu, festgewachsene Verbindungen zwischen Ideen und Anschauungsweisen zu trennen; das Neue zuzulassen. ... Seiner Liebe zum fantastischen Roman des 19. und frühen 20. Jahrhunderts, zu Jules Verne und H. G. Wells ist Dathh hier nachgegangen bis zu dem Punkt, an dem aus dem geliebten Alten etwas so noch nicht Dagewesenes werden konnte.«
Angelika Klüssendorf, Die literarische Welt
Dietmar Daths neuer Roman macht nicht nur Tiere zu Mutanten, sondern ist selbst eine sehr anstrengende, aber auch sehr inspirierende Mutationsmaschine. Sollte das Buch im Dunkeln leuchten oder komische Geräusche machten, müsste man sich nicht wirklich wundern. Science Fiction, Fantasy, Schöpfungsgeschichte, Weltraum-Odyssee und politische Utopie werden zu einem Gattungs-King-Kong verdrahtet, der dem Leser einiges an Durchhaltevermögen abverlangt. ... Geduld lohnt sich, denn Die Abschaffung der Arten ist ein unbedingt lesenswertes Gedankenspiel über ein Imperium, das alles besser machen woltle. Dieser Roman will ein Hilfsmittel zur Tat sein, eine fiktionale Antriebsrakete, mit der man die Welt politisch verändern kann.«  
Jutta Person, Literaturen

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