Andrej Platonow
Die Baugrube - Roman

Aus dem Russischen von Gabriele Leupold Mit einem Nachwort von Sibylle Lewitscharoff
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Erschienen: 12.12.2016
Wieder lieferbar: 28.02.2017
Gebunden, 240 Seiten
ISBN: 978-3-518-42561-9
Auch als eBook erhältlich

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Ein Schlüsselwerk und Hauptwerk der russischen Literatur


Am Rand einer großen Stadt heben Arbeiter eine riesige Grube aus, um ein »gemeinproletarisches Haus« zu errichten. Vom Kriegsinvaliden über den Handlanger bis zum  Ingenieur bildet sich unter den freiwilligen Sklaven eine Hierarchie, die den sozialen Verhältnissen in Stalins Sowjetunion ähnelt. Mit Nastja, dem Waisenkind, das sich nach seiner bourgeoisen Mutter sehnt, ist der »neue Mensch« bereits unter ihnen. Doch am Ende wird es in der Baugrube beerdigt, dem kollektiven Grab, das sich die »Paradieserbauer« (Brodsky) geschaufelt haben.

Andrej Platonows Helden setzen alle ihre Kräfte ein, die glückliche Zukunft der Menschheit durch ihrer Hände Arbeit herbeizuführen – und werden doch von der Wucht dieser Aufgabe erdrückt: Sie versinken in Schwermut, leiden an Erschöpfung und Grübelsucht oder gehen zugrunde, weil es in der neuen Ordnung der Dinge keinen Platz mehr für sie gibt. Die Sprache kann mit dem utopischen Denken nicht Schritt halten, der Boden entgleitet ihr unter den Füßen.

Wie kein zweiter Autor lässt Platonow die Atmosphäre einer Epoche spüren, die voll war von Utopien und Prophezeiungen einer künftigen Welt. Die russische Revolution, die alle Bereiche des Lebens in diesem riesigen Land erfasste, der Kampf um einen »neuen Himmel und eine neue Erde«, findet in seinem Werk einen unerhörten Ausdruck.

Auf der Grundlage der 2000 in Sankt Petersburg erschienenen, erstmals edierten gültigen Originalausgabe hat Gabriele Leupold, gerühmt für ihre Übersetzungen von Andrej Belyjs Petersburg und Warlam Schalamows Erzählungen aus Kolyma, eine neue deutsche Fassung des als unübersetzbar geltenden Buches erarbeitet.

Pressestimmen

»Der Pessimismus eines Prediger Salomo prallt auf markige Zukunftsparolen. Aus dieser Kollision des Unvereinbaren springt der Funke Poesie, der Platonows Roman zum Meisterwerk macht.«

Bettina Kaibach, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Es ist im 20. Jahrhundert kein schöneres, furchtbareres und klügeres Buch über Totalitarismus und Utopie geschrieben worden.«

Andrzej Stasiuk, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung

»Originell, atmosphärisch dicht – und meisterlich übersetzt.«

Caroline Fetscher, Der Tagesspiegel

»Dank der ebenso klugen wie erfindungsreichen Übersetzung von Gabriele Leupold lässt sich endlich auch hierzulande der ästhetische Rang Andrej Platonows nachvollziehen, der den Schriftsteller zu einem Ausnahmekünstler macht.«

Christine Hamel, Bayerischer Rundfunk

»Eine phänomenale Neuübersetzung ... Gabriele Leupold hat das regelverletzende Russisch des Originals in ein ebenso Korrektheit vermeidendes Deutsch übertragen, dass es einem die Sprache verschlägt.«

Harald Loch, Nürnberger Nachrichten

»Sprachlich einzigartig!«

Ferdinand Quante, WDR

»Wer selbst noch eine unverheilte oder schlecht vernarbte sozialistische Wunde hat, wer sich verstärkt für die Kultur und Geschichte der Sowjetunion interessiert – dem kann man diesen grubendunklen Roman als paradigmatisches Werk empfehlen.«

Wolfgang Schneider, Deutschlandradio Kultur

»Die Baugrube ist ein Epochenbuch. Dass Platonow jetzt neu entdeckt werden kann, ist ein Glücksfall.«

Christian Eger, Naumburger Tageblatt

»Ein Buch, dessen Lektüre verändert.«

Karla Hielscher, Deutschlandfunk

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Kommentare

»Die Unterdrückung der ›Baugrube‹ hat die russische Prosa um fünfzig Jahre zurückgeworfen.«
Joseph Brodsky, 31.05.2016

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