Marie NDiaye
Die Chefin - Roman einer Köchin

Aus dem Französischen von Claudia Kalscheuer
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D: 22,00 €
A: 22,70 €
CH: 31,50 sFr

Erschienen: 07.08.2017
Gebunden, 333 Seiten
ISBN: 978-3-518-42767-5
Auch als eBook erhältlich

Sinnlich, subtil und elegant


Eine Frau aus bescheidenen Verhältnissen kann schließlich ein Restaurant in Bordeaux eröffnen und wird mit einem Stern ausgezeichnet. Welche Künste hat sie in der Küche gelernt und neu interpretiert? Wie ist sie also zur berühmten Chefköchin geworden? Im neuen Roman von Marie NDiaye, der überragenden Stilistin, werden solche Fragen gestellt, beantwortet – und damit zurückgewiesen. NDiaye nimmt den Leser mit auf eine biographische Erkundungsreise, die sich – aufgrund der Sprache, der rhythmischen Satzgebilde, dem Ausgreifen in alle Bedeutungsnuancen, der Verzögerung im Erzählablauf und durch die alles umfassende Bewegung der Sprache – in ein Erlebnis verwandelt.

Der Erzähler, langjähriger Mitarbeiter der Chefin und ihr in (vergeblicher) Liebe verbunden, berichtet von ihrem Leben – ihrem Charakter, ihren Lieben, ihrer Ausbildung, der Kunst der Kochkomposition, dem privaten wie öffentlichen Umgang –, indem er potentielle Fragen und Erwartungen der Leser aufgreift, sie beantwortet und zugleich ins Leere laufen lässt: Sie verlangen danach, unbeantwortet zu bleiben.

Der Kunst der Marie NDiaye verdankt sich eine neuartige Form der Antibiographie, einer Biographie, die demonstriert, dass nur dann Wahrheit erreicht wird, wenn die Geheimnisse nicht ausgeplaudert, sondern Satz für Satz, Abschnitt für Abschnitt verheimlicht werden. Eine Biographie als Geheimnis hinter der Biographie – das macht die überragende Leistung des neuen Romans von Marie NDiaye aus.
Im Original erschienen unter dem Titel La cheffe, roman d'une cuisinière (Éditions Gallimard).

Pressestimmen

» [...] Vor allem beweist [NDiaye] abermals ihre Fähigkeit bestimmte Emotionen zu schildern, die bereits große Vorgänger wie Dostojewskij und Kafka umgetrieben haben: Gemeint ist das Koordinatenfeld, das zwischen den Polen Scham [...] und schlechtes Gewissen auf der einen und Unschuld, heitere Ruhe und gelassene Enthebung auf der anderen Seite aufspannt.«

Niklas Bender, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Die Chefin lässt nicht nur ihren Koch, sie lässt auch den Leser buchstäblich nicht mehr los.«

Tilman Krause, Die literarische Welt

»Das ist alles andere als nur ein kulinarischer Roman.«

Rheinische Post

» [...] ein raffiniert komponierter Roman, der weit mehr ist als bloß der Roman einer Köchin.«

Helmut Böttiger, DIE ZEIT

» [...] NDiaye beschreibt dieses Künstlerinnenleben in der französischen Provinz sinnlich durchzogen von anekdotenhaftem Humor und versehen mit einer eleganten Struktur.«

Iris Hetscher, Weser-Kurier

»Ein Buch, das gerade in seinen geheimnisvollen Momenten glänzt und mutig auf die ein oder andere Antwort verzichtet. Vor allem aber eine Lektüre, die zeigt, wie man ausgiebig den Genuss feiert.«

Juliane Bergmann, NDR

»Kunstvoll komponiert, brillant geschrieben [...].«

Ursula März, Deutschlandfunk Kultur

»Dieser virtuose Roman – im Stil der großen Klassiker der französischen Literatur – erzählt vom Leben einer Küchenchefin, und das auf eine überwältigende Weise.«

Les Inrockuptibles

»›Kompositionen von einer zarten, so schlichten und strengen Schönheit, dass sie dem Blick nur auffielen, wenn dieser offen und zu derartiger Verzückung bereit war, wenn er es wünschte‹. Damit sind auch die Prosa Marie NDiayes und deren unaufdringliche Brillanz perfekt beschrieben.«

Claudia Voigt, Literatur SPIEGEL August 2017

»Eine anspruchsvolle, wunderbar sinnliche Lektüre.«

MADAME 10/2017

»Ein schöner Schluss [...] beendet dieses Meisterwerk von Marie NDiaye.«

Harald Loch, Westdeutsche Allgemeine

» [...] zum Lesekonsum uneingeschränkt zu empfehlen.«

Caroline Mannweiler, literaturkritik.de

Nachrichten

Kommentare

… ein richtig gut erzähltes Buch, das weit mehr ist als nur eine Biografie.
Jens Bartsch, Buchhandlung Goltsteinstraße, 07.09.2017

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