Pierre Michon
Die Grande Beune - Roman

Aus dem Französischen von Katja Massury Mit einem Nachwort von Jürg Laederach
Die Grande Beune
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D: 12,90 €
A: 13,30 €
CH: 18,90 sFr

Erschienen: 18.04.2011
Bibliothek Suhrkamp 1463, Gebunden, 103 Seiten
ISBN: 978-3-518-22463-2

»… um nicht aus dem Traum zu erwachen, möchte man sofort von vorn zu lesen beginnen.«

Jochen Schimmang, Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Inhalt

Der Erzähler dieser packenden, knappen Geschichten erinnert sich an die erste Stelle als Lehrer, die er 1961 an dem Fluß der Grande Beune, in einem Dorf in Frankreichs Südwesten antrat. Er begegnet zwei Frauen, der älteren Hélène und der jungen Yvonne. Von Yvonne träumt er Tag und Nacht, ihr stellt er nach. Pierre Michon, einer der Meister der französischen Gegenwartsliteratur, hat Die Grande Beune in einer unerhört sinnlichen und kunstvollen Sprache geschrieben. Bereits das Motto Andrej Platonovs schlägt den Ton an: »Die Erde schlief nackt und gepeinigt wie eine Mutter, der die Decke herabgeglitten war.«

Pressestimmen

»Michons Texte kennzeichnet stets eine Bewegung der Subversion, der Ironie, die sie als im Augenblick gelebte Glasperlenspiele kenntlich macht und entlarvt.«

Franziska Meier, Neue Zürcher Zeitung

»Mag man auch Marlboros rauchen und Renault fahren in diesem Buch: die männliche Hauptfigur wird noch immer getrieben von einer Kraft, deretwegen die Höhlenbewohner der Altsteinzeit Fruchtbarkeitsgöttinnen formten. Pierre Michon erzählt davon mit hochliterarischer Wucht.«

Sebastian Hammelehle, Spiegel Online

»Pierre Michon ist ein sprachmächtiger Schriftsteller, einer, der sich jeder Leichtigkeit verweigert, der die Worte und die Menschen ernst nimmt.«

Manuela Reichart, WDR 3

»Pierre Michon hat mit Die Grande Beune eine Initiationsgeschichte der besonderen Art geschrieben.«

Tilman Krause, Die Welt

»[Die Grande Beune] ist kurz, würzig, manchmal obszön – aber nicht vulgär, trotz aller Fleischeslust, die etwas Archaisches, Urwüchsiges und damit auch Unschuldiges hat.  … Die Grenzübertretung (wenn auch nur im Kopf …) ist das Thema dieses Wunderbuchs aus Erotik und Geist von Pierre Michon, dem für mich besten französischen Schriftsteller der Gegenwart.«

Peter Urban-Halle, Deutschlandradio Kultur

»Was wohltuend auffällt: Michon entwickelt Zusammenhänge und Nuancen zum Teil in längeren Perioden. Er widersetzt sich damit einem Trend, nach der Art von Schlagwort-Strategen und ›Reduktionssätzlern‹ (Brigitte Kronauer) die Sprache kurz zu halten.«

Günter Ott, Augsburger Allgemeine

»Pierre Michon malt dunkle, mächtige Bilder … Auf diese Weise entfaltet sich eine lyrische Prosa der archetypischen Momente … Gut, dass Literatur ihre Leser mitunter fordert.«

Rainer Moritz, Hamburger Abendblatt online

»Die Große Beune von Pierre Michon ist also auch ein Buch über den künstlerischen Schaffensprozess, der so fiebrig und schmerzvoll sein kann wie die Träume des Lehrers.«

Ingeborg Waldinger, Ö1

»Bei [den] Zeilen am Ende von Die Grande Beune … ist es mir so gegangen wie kaum je bei einem Buch in den letzten Jahren, und ich habe in einem glückhaften Moment, einem Moment des Entsetzens, geglaubt zu wissen, warum man liest; welche Lust in der Erschütterung durch einen großen Text liegt.«

Thomas Stangl, Volltext 3/2011

Kommentare

Welch ein Sog vor allem durch die Sprache entstand bei mir schon in den ersten zwei Kapiteln! Ich war ständig versucht, für mich ganz allein, laut zu lesen, um diesem Sprachklang vollends zu seinem Recht zu verhelfen. Immer wieder lädt diese Prosa nicht nur kundige Leser zu Vergleichen ein und ist doch unvergleichlich. In diesem Buch schreibt der Autor in der Rolle eines rückblickenden Erzähler-Ichs so lange, so schöne, so dichte, so gestaltete Sätze wie etwa Wolfgang Koeppen, nur noch viel bezwingender und melodisch unwiderstehlicher. So wenigstens suggeriert es mir die jetzt endlich vorliegende deutsche Übersetzung.
Günter Landsberger, 06.06.2011

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