Thomas Bauer
Die Kultur der Ambiguität

Die Kultur der Ambiguität
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Erschienen: 23.05.2011
Gebunden, 463 Seiten
ISBN: 978-3-458-71033-2

»Bauer zeigt, dass früher viele Wahrheiten nebeneinander existierten. ... Deshalb ist Thomas Bauers Buch so erhellend.«

Katajun Amirpur, Frankfurter Allgemeine Zeitung

Inhalt

Alle Kulturen müssen mit Ambiguität leben. Sie unterscheiden sich jedoch dadurch, wie sie damit umgehen. Zweideutigkeit wird hingenommen, ja mitunter wird sie bewußt erzeugt und nimmt wichtige kulturelle Funktionen ein, etwa in Konventionen der Höflichkeit und der Diplomatie, durch Riten oder Kunstwerke. Sie kann aber auch vermieden und bekämpft werden. Kulturen unterscheiden sich also durch ihre unterschiedliche Ambiguitätstoleranz. In islamischen Kulturen ist in dieser Hinsicht während der letzten Jahrhunderte ein Wandel zu beobachten, der sich so deutlich und mit solch drastischen Konsequenzen kaum anderswo zeigt: von einer relativ großen Toleranz hin zu einer bisweilen extremen Intoleranz gegenüber allen Phänomenen von Vieldeutigkeit und Pluralität. Während zum Beispiel im 14. Jahrhundert die Varianten des Korantexts und die Vielzahl an Auslegungsmöglichkeiten als Bereicherung galten, ist dies heute vielen Muslimen ein Ärgernis.

Die Erforschung des Umgangs mit kultureller Ambiguität ist ein Gegenstand der Mentalitätsgeschichte. Verläßt man den eurozentrischen Blickwinkel und stellt Denken, Fühlen und Handeln der Menschen in den Mittelpunkt des Interesses, kommt man zu einer alternativen, nicht teleologisch gefärbten Geschichtserzählung. Daher ist auch der Untertitel des Buches – „Eine andere Geschichte des Islams“ – mehrdeutig, ambig, zu lesen. Nicht eine andere Geschichte des Islams soll erzählt werden, sondern vielmehr eine andere Geschichte des Islams, in der aber auch einige scheinbar selbstverständliche Bestandteile der ...

»Bauer zeigt, dass früher viele Wahrheiten nebeneinander existierten. ... Deshalb ist Thomas Bauers Buch so erhellend.«

Katajun Amirpur, Frankfurter Allgemeine Zeitung

 

Inhalt

Alle Kulturen müssen mit Ambiguität leben. Sie unterscheiden sich jedoch dadurch, wie sie damit umgehen. Zweideutigkeit wird hingenommen, ja mitunter wird sie bewußt erzeugt und nimmt wichtige kulturelle Funktionen ein, etwa in Konventionen der Höflichkeit und der Diplomatie, durch Riten oder Kunstwerke. Sie kann aber auch vermieden und bekämpft werden. Kulturen unterscheiden sich also durch ihre unterschiedliche Ambiguitätstoleranz. In islamischen Kulturen ist in dieser Hinsicht während der letzten Jahrhunderte ein Wandel zu beobachten, der sich so deutlich und mit solch drastischen Konsequenzen kaum anderswo zeigt: von einer relativ großen Toleranz hin zu einer bisweilen extremen Intoleranz gegenüber allen Phänomenen von Vieldeutigkeit und Pluralität. Während zum Beispiel im 14. Jahrhundert die Varianten des Korantexts und die Vielzahl an Auslegungsmöglichkeiten als Bereicherung galten, ist dies heute vielen Muslimen ein Ärgernis.

Die Erforschung des Umgangs mit kultureller Ambiguität ist ein Gegenstand der Mentalitätsgeschichte. Verläßt man den eurozentrischen Blickwinkel und stellt Denken, Fühlen und Handeln der Menschen in den Mittelpunkt des Interesses, kommt man zu einer alternativen, nicht teleologisch gefärbten Geschichtserzählung. Daher ist auch der Untertitel des Buches – „Eine andere Geschichte des Islams“ – mehrdeutig, ambig, zu lesen. Nicht eine andere Geschichte des Islams soll erzählt werden, sondern vielmehr eine andere Geschichte des Islams, in der aber auch einige scheinbar selbstverständliche Bestandteile der eigenen Kultur in Frage gestellt werden. Diese Sicht macht dieses Buch so interessant und wichtig.

Pressestimmen

»In seinem bahnbrechenden Großessay über die Kultur der Ambiguität misst Thomas Bauer … zahlreiche … Fragen unserer Islamdebatte an den kulturellen Errungenschaften der klassischen arabischen Kultur – eine Selbstverständlichkeit, sollte man meinen. Doch wenn sie dieses Buch nach über 400 Seiten aus der Hand legen, wissen Laie und Fachmann gleichermaßen, dass sie etwas Derartiges kaum je gelesen haben. Und sie wissen dann auch, warum. … In der Mischung aus weitgehend konsistenter Grundthese und einschlägigen Beispielen entpuppt sich dieses Buch als eine der besten Darstellungen des Islams seit langem und hat das Zeug zu einem kulturwissenschaftlichen Klassiker zu werden, der Edward Saids Orientalismus in nichts nachsteht.«

Stefan Weidner, Süddeutsche Zeitung

Die Kultur der Ambiguität ist eine exzellente Arbeit und regt zum gründlichen Umdenken an.

Heinz-Jürgen Voß, kritisch-lesen.de

»In Bauers Buch werden nicht nur die verheerenden Auswirkungen des Einbruchs der Moderne auf die islamische Tradition auf einfühlsame und unaufgeregte Weise dargestellt, sondern es gelingt ihm von diese Perspektive aus Phänomene des modernen Islams zu erklären...«

Claudia Ott, Dresdner Neueste Nachrichten

»Bauer hat mit der Ambiguität tatsächlich einen Zentralnerv der arabisch-islamischen Kultur getroffen. Diesem Buch können gar nicht genug Leser gewünscht werden, und – noch wichtiger als das – auf der Stelle eine Übersetzung ins Arabische.«

Claudia Ott, Hannoversche Allgemeine Zeitung

»Bauer ist sehr polemisch, sehr scharf in der Abrechnung mit diesem vom Westen errichteten ›Phantasy-Islam‹. Selten zuvor hat jemand so kenntnisreich mit der Politik der USA in den Irak-Kriegen abgerechnet. ... Es erzählt jene reale Geschichte des Islam, die zu aller Leid vergessen und verdrängt wurde.«

Dirk Pilz, Berliner Zeitung

»Mittels intimster Kenntnisse des klassischen islamischen Schrifttums entlarvt der Autor die frappante Unwissenheit der Orientalistik alten Stils und der Medien. Er nennt aber auch Gründe dafür, etwa die fehlende Edition maßgeblicher arabischer Literatur. In der Mischung aus überzeugender Grundthese und einschlägigen Beispielen entpuppt sich dieses Buch als eine der besten Einführungen in den Islam seit Langem. Es hat das Zeug zum kulturwissenschaftlichen Klassiker, der sich hinter Edward Saids Orientalismus (1978) nicht zu verstecken braucht.«

Stefan Weidner, Deutschlandradio Kultur

»Mit seinem Buch liefert Bauer Rüstzeug für einen Diskurs über den Islam, der nicht auf den Leim der Islamisten geht, sondern diese Religion in ihrer Differenziertheit in den Blick zu nehmen bereit ist.«

Herder Korrespondenz 65 10/2011

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