Peter Handke
Die morawische Nacht - Erzählung

Die morawische Nacht
Leseprobe » Bestellen »


D: 28,00 €
A: 28,80 €
CH: 38,50 sFr

Erschienen: 12.01.2008
Leinen, 560 Seiten
ISBN: 978-3-518-41950-2

Inhalt

Besuchen Sie unsere Sonderseite zu Peter Handke hier.

Ort: der Balkan, die Morawa, ein Zufluß der Donau, ein Hausboot auf dem Fluß. Zeit: eine Nacht, vom späten Abend bis zum blauenden Tagesbeginn. Personen: Ein Autor, ein ehemaliger, ruft seine Freunde, sieben an der Zahl, auf das Hotelschiff, seine Enklave, wohin er sich ein Jahrzehnt zuvor zurückgezogen hat.
Die erste Überraschung erleben die Bekannten gleich beim Betreten des Boots: Der für seine Distanz zu den Frauen berüchtigte Ex-Autor empfängt sie in Begleitung einer – Angestellten?, Gefährtin?, Geliebten? Auf das Abendmahl folgt eine lange Erzählung, in der die Stimme des Autors dominiert, in die sich zuweilen die Stimmen der anderen männlichen Anwesenden einpassen. Von einer gerade beendeten Rundreise des Bootsbesitzers durch das westliche Europa handelt die Erzählung. War er wirklich auf der Flucht vor einer Gefahr, etwa vor einer Frau, die ihm mit dem Tod drohte? Wie hat man sich das Symposium über den Lärm vorzustellen, an dem er angeblich in Spanien teilgenommen hat? Was hat es mit dem Treffen aller Maultrommelspieler dieser Erde vor Wien auf sich? Warum will er gerade zu diesem Zeitpunkt den Wohnort seines verstobenen Vaters in Deutschland aufsuchen? Und wo hat er die Frau getroffen? Und überhaupt: Wie lange dauerte die Reise?
In dieser romanlangen Erzählung Peter Handkes nimmt die Wirklichkeit unserer Gegenwart immer bedrückendere Gestalt an. Gleichzeitig wird das Gewicht der Welt ein anderes – ein leichteres?
Was nun erwartet den Leser? Ein »nächtliches Buch«? »Nicht wenige solcher nächtlichen Bücher hatte der Autor im Lauf seines Lebens verfaßt, die vom Tageslicht in nichts aufgelöst worden waren. In nichts? Wirklich?«

Pressestimmen

»Der Autor derMorawischen Nacht ist jung, klar und rücksichtslos auch gegenüber sich selbst. Er geht auf die Wirklichkeit zu mit schnellen, entschlossenen Schritten.«
Thomas Steinfeld, Süddeutsche Zeitung
»Sein stilistisch lockerstes, befreitestes, wohl auch persönlichstes Buch ...«
Stephan Sattler, Focus
»So viel Handke war nie. Zu Beginn des neuen Jahres ist der Österreicher als Schriftsteller präsent wie kaum jemals seit seinem rasanten Start Mitte der sechziger Jahre. ... Die morawische Nacht, eine verspielte, weitgehend autobiografische Summe seines Lebens als Schriftsteller: Handkes großangelegter Versuch, die eigene Position poetisch zu bestimmen und zu verteidigen.«
Volker Hage, Der Spiegel

»Wer diesen großen und großartigen Text wieder nur auf verräterische Spuren des üblichen politischen Verdächtigen hin befragt, wird nicht nur enttäuscht, sondern geradezu beschämt werden. Nicht nur, weil dieser Erzähler mit niemandem schonungsloser verfährt als mit sich selbst.«
Martin Krumbholz, Frankfurter Rundschau
»Gern vertraut man sich den mäandrierenden Sätzen und wechselnden Stimmen, der gedanklichen Reife und epischen Weite dieses Buches an.«
Andreas Breitenstein, Neue Zürcher Zeitung
»Ein wunderliches, gelegentlich auch wundersames Buch, das nicht nur eine vielschichtige und vieldeutige Rückschau auf Handkes bisheriges poetisches Universum ist, sondern erzählerisch eine ironisch gebrochene Utopie inszeniert, die auf eigenen Erfahrungen und Anschauungen basiert. Und wo kämen wir hin ohne eine Literatur, die das in steter Beharrlichkeit immer neu versucht.«
Cornelius Hell, Die Furche 
»Ich lese fast ausschließlich Bücher, die im Zusammenhang mit meiner Arbeit stehen. Die morawische Nacht von Peter Handke werde ich mir als Nächstes vornehmen, ohne berufliche Gründe: Ich habe Handke kürzlich während eines Filmfestivals in Serbien kennengelernt, er war dort Jurymitglied. Ein faszinierender Typ.«  
Fatih Akin, Kultur Spiegel

Kommentieren