Bruno Latour, Vincent Lépinay
Die Ökonomie als Wissenschaft der leidenschaftlichen Interessen - Eine Einführung in die ökonomische Anthropologie Gabriel Tardes

Aus dem Französischen von Gustav Roßler
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Erschienen: 11.10.2010
Taschenbuch, 120 Seiten
ISBN: 978-3-518-58556-6

Inhalt

Angenommen, Karl Marx hätte das Kapital veröffentlicht, und niemand hätte es zur Kenntnis genommen. Angenommen, an die Stelle von Marx wären Gabriel Tarde und seine Psychologie Économique aus dem Jahr 1902 getreten. Wie wäre das 20. Jahrhundert verlaufen? Und wie sähe die Ökonomie heute aus? Mit diesem Gedankenexperiment eröffnen Bruno Latour und Vincent Lépinay ihren furiosen Essay, in dem sie eine alternative Politische Ökonomie entwerfen.
Wesentlicher Bestandteil von Bruno Latours Projekt einer »neuen Soziologie für eine neue Gesellschaft« ist es von jeher gewesen, die Geschichte der soziologischen Theorie und ihre Klassiker einer gründlichen Relektüre zu unterziehen. Zusammen mit dem Wirtschaftswissenschaftler Vincent Lépinay nimmt er sich nun die Geschichte der Ökonomie vor. Vielleicht sind es ja gar nicht die Produktionsverhältnisse, die »Basis«, die die Ökonomie und die Gesellschaft bestimmen, sondern die Ideen, der »Überbau«? Nichts in der Ökonomie ist objektiv, alles ist subjektiv oder, besser noch, intersubjektiv, so Latour und Lépinay. Die Ideen regieren die Welt. Mit Tarde stellen sie Marx von den Füßen auf den Kopf.

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Kommentare

»Wenn nur die Hälfte von dem stimmt, was die Autoren hier schreiben, dann ist Tarde fähig, den Diskurs der Ökonomie, einschließlich dessen, was Marx darüber gesagt hat, vollständig zu kippen. Die Ökonomie erscheint in diesem Buch nicht als (relatives) Basis-Überbau-Problem, sondern als eine Frage der Innovation, d. h. also der geistigen Erfindung, an die dann die ›leidenschaftlichen Interessen‹ als Produktionsfaktoren gekoppelt werden. Bemerkenswert, außer dieser postiven Auffassung der doch eher negativ empfundenen Ökonomie, ist die Vorstellung, die die Autoren propagieren, mehr und umfangreicher zu quantifizieren, als es die Ökonomie derzeit praktiziert, und auch Produktives miteinzubeziehen, was sich dem rein Monetären entzieht; mit dem Ziel einer Quantifizierbarkeit, die schließlich die Innovation als den Motor der Ökonomie sieht.«
Mirko Bialas, 15.08.2017

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