»Die Überlebenden der Umerziehungslager sind zu lebenden Archiven geworden und liefern mit ihren Berichten ergreifende Dokumente der Mitmenschlichkeit. Zugleich schildern sie den Alltag in den Heimatorten der Verfolgten. Solche Untersuchungsberichte haben in der Literatur Chinas ihren festen Platz. Die Reportagen Yang Xianhuis zählen zu den >eindrucksvollsten Beispielen der chinesischen Gegenwartsliteratur< (Thomas Zimmer).«
Helwig Schmidt-Glintzer, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Die Terror- und Säuberungskampagnen der zehn Jahre später von Mao Zedong inszenierten Großen Proletarischen Kulturrevolution haben die frühere Kampagne gegen Rechtsabweichler fast in Vergessenheit geraten lassen. Der chinesische Schriftsteller Yang Xianhui hat sie zum Thema eines 2003 in China erschienenen Buches gemacht. ... Yang Xianhui lässt weitgehend die Zeitzeugen selber zu Wort kommen. Sie berichten von den grauenhaften Geschehnissen mit der Lakonie und knappen Drastik, die einzig eine Ahnung vom Unbeschreiblichen zu geben vermag. ... [Eine] sehr gelungene Übersetzung des Buches.«
Renate Wiggershaus, Frankfurter Rundschau
»...ein bewegendes Buch ... Yang Xianhui hat keine systematische Analyse der chinesischen Straflager geschrieben. Er widmet sich auch nicht der Frage, warum eine halbe Million Menschen als Rechtsabweichler angeklagt und viele von ihnen in Straflager gesperrt wurden. Und doch stellt Yangs Buch in China eine kleine Sensation dar, vor allem wegen seiner detaillierten Beschreibungen des Hungers. Denn er setzt mit seinen Erzählungen den Opfern der politischen Willkür ein literarisches Denkmal, schildert er doch einzelne Menschen und ihr Schicksal.«
Silke Ballweg, Deutschlandfunk
»Yang Xianhui vermag es, sein Buch zu mehr als einem Dokument des Schreckens zu machen, zu einem, das auch bezeugt, zu welcher Größe und Würde der Mensch gerade unter den Bedingungen größter Erniedrigung fähig ist. ... So erschütternd die Lektüre dieses Buches ist: am Schluss bedauert man, dass nur sieben von insgesamt 19 Texten übersetzt wurden. Sie gehören in eine Reihe mit den großen Werken von Solschenizyn, Jewgenia Ginzburg, Kempowski, Kertész und Hilsenrath, die Zeugnis davon ablegen, wozu Menschen im besten und im schlechtesten Sinne fähig sind.«
Bernd Wagner, Deutschlandradio Kultur
»Die Übersetzung von Yangs protokollarischen Verzeichnungen des Lagerelends gehört zu den finsteren Höhepunkten einer Literatur, die durch Solschenyzin berühmt wurde. Yangs Erzählungen sind ingeniös. Dieser Mann, der sich viele Jahre nach Schließung der Schandlager hartnäckig an die Fersen der Überelbenden heftete, um ihnen die Geheimnisse über die finsteren Auswüchse der Unmenschlichkeit zu erntreißen, erinnert an Brecht.«
Ronald Pohl, Der Standard
»Der großartige kleine Band »Die Rechtsabweichler von Jiabiangou« mit »Berichten aus dem Umerziehungslager« von Yang Xianhui ist das vielleicht wichtigste Stück chinesischer Gulagliteratur nach »Nur der Wind ist frei« vom berühmten ehemaligen Häftling und Dissidenten Harry Wu. Während in China vergleichsweise viel über die Katastrophe der Kulturrevolution gesprochen wird, ist kaum bekannt, dass die politischen Kampagnen der Fünfzigerjahre viel schlimmer gewütet und weitaus mehr Menschen das Leben gekostet haben. Nach dem Schwarzbuch des Kommunismus landeten allein während der Anti-rechts-Kampagne 1957 etwa 10 Prozent der chinesischen Intellektuellen in den sogenannten Laogai, wörtlich im Nirgendwo, in die man nicht zur »Haft« oder »Zwangsarbeit« geschickt wird, sondern zur »Umerziehung«. Eine große Zahl der sogenannten Rechtsabweichler überlebte die bald anschließende große Hungersnot im Lager nicht. So handelt »Die Rechtsabweichler von Jiabiangou« vor allem vom furchtbaren Hunger, der die wenigen, die nicht daran starben, beinahe in den Wahnsinn trieb.«
Susanne Messmer, DieTageszeitung
»Für die deutschen Leser stellt dieses Werk einen historischen Abschnitt chinesischer Geschichte dar, der mit seinem um Menschlichkeit bemühten Streben in elender Zeit sicherlich universal ist, zugleich auf lebendige Weise hilft, das moderne China besser zu verstehen.«
Roman Halfmann, hr online
»Yang Xianhui hat mit seinen Recherchen über die Rechtsabweichler von Jiabiangou einen wichtigen Beitrag zu einer chinesischen GULAG-Literatur geleistet. Den Prozess der Entmenschlichung unter grausamen Haftbedingungen schildert er ebenso eindringlich und schonungslos wie vor ihm Alexander Solschenizyn und andere. Damit hat er den tragischen Tod dieser Gefangenen vor dem Verdrängen und Vergessen bewahrt.«
China heute XXVIII (2009), Nr. 4 (164)
»Ein gutes und wichtiges Werk, denn man weiß nicht viel über diese Zeit in China. Außerdem ist die gesamte Epoche in China bisher nicht richtig aufgearbeitet worden. Anschaulich und erschütternd, weil es am Schicksal einzelner Opfer dargestellt wird.«
Thomas Zimmer, Professor für Sinologie an der Universität Köln, Kölner Stadt-Anzeiger