Jáchym Topol
Die Teufelswerkstatt - Roman

Aus dem Tschechischen von Eva Profousová
Die Teufelswerkstatt
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D: 24,80 €
A: 25,50 €
CH: 35,50 sFr

Erschienen: 15.03.2010
Gebunden, 201 Seiten
ISBN: 978-3-518-42144-4

Inhalt

Ein junger Mann flieht aus Theresienstadt. Sein einziges Gepäck: ein Schließfachschlüssel und ein USB-Stick mit den Kontaktdaten reicher Holocaust-Überlebender, die ihn und Onkel Lebo beim Aufbau eines alternativen Erinnerungsortes unterstützen sollten.
Mit »Pritschensuchern« aus der ganzen Welt, jungen Leuten, die im Osten nach ihren ermordeten Großeltern forschen, hatten sie eine Kommune gegründet und mit Kafka-T-Shirts, Ghetto-Pizza und Therapieangeboten der offiziellen KZ-Gedenkstätte Konkurrenz gemacht.
Als die Behörden die anstößige Institution niederwalzen lassen, verhelfen Alex und Maruška dem Ich-Erzähler zur Flucht nach Minsk. In den Dörfern und Wäldern Weißrußlands, der »Teufelswerkstatt«, wo SS-Schergen, aber auch der NKWD gemordet haben, soll er bei der Errichtung einer Gedenkstätte unerhörten Ausmaßes helfen. Verliebt in die schöne Maruška, wird er in eine blutige Erinnerungsverschwörung hineingezogen.
Jáchym Topol, literarischer Enkel Bohumil Hrabals, inzwischen selbst ein Meister der surrealen Groteske, erzählt in seinem dicht und fesselnd geschriebenen Roman vom Kampf um die Erinnerung, die im postsozialistischen Westen an Kommerz und Musealisierung, im Osten an der Unzumutbarkeit des Realen scheitert.

Pressestimmen

»In Die Teufelswerkstatt scheint Topols Ton noch schärfer und bitterer zu sein. Dem Roman über die Irrwege und Konflikte der Gedächtniskultur gelingt dabei, was den offiziellen Wächtern des Gedenkens in Theresienstadt und den weissrussischen Kämpfern um einen Platz an der Sonne des Opfertourismus gar nicht in den Sinn kommt: das Bewusstsein von der Unfassbarkeit des Geschehenen und die Würde der Toten zu wahren.«

Jörg Plath, Neue Zürcher Zeitung

»Die Teufelswerkstatt, der jüngste Roman des in Prag lebenden Schriftstellers Jáchym Topol, ist eine böse Satire auf das Gedenkbusiness – pendelnd zwischen Provokation und Ernsthaftigkeit. … Es ist, als habe der Teufel selbst an diesem Buch mitgeschrieben.«

Beat Mazenauer, Der Landbote

»Jáchym Topol ist ein Autor, der es wie nur wenige schafft, Visionen zu entwerfen, in die man gleichsam mit eingesogen wird - als würde man für die Lektüre unter bewusstseinserweiternde Drogen gesetzt.«

Katharina Granzin, Frankfurter Rundschau

»Auf nur 200 Seiten ist Jáchym Topol ein Roman über die Aporien des Gedenkens gelungen, der nicht seinesgleichen hat. … Sein Zynismus verstört, aber er ist nie Selbstzweck, sondern entlarvt die Gedächtnispolitik einer Diktatur ebenso wie die Marktmechanismen, die sich den Gedenkens bemächtigen. Dazu kann Topol erzählen und Spannung aufbauen.«

Cornelius Hell, Die Presse

»... Jáchym Topol ist bekannt für seine düsteren Bücher. Dazu zählt Die Teufelswerkstatt zweifelsohne. Dennoch ist der Roman mit einem fast ungeheuerlichen schwarzen Humor geschrieben. Es ist die Gedenkstätten-Kultur, die Topol aufs Korn nimmt.«

Katja Schmidtke, OTZ

»... Jáchym Topol hat sich erneut übertroffen. ... Es ist eine gewaltige, keine Tabus scheuende Unternehmung, die mit zum besten gehört, was zeitgenössische Literatur derzeit bieten kann. ... Jáchym Topol gelingt mit dem ihm eigenen grotesken Surrealismus der Anschluss an Bohumil Hrabal, hier präsentiert sich ein whrhaft goßer europäischer Erzähler.»

Steffen Höhne, TLZ Treffpunkt

»... Der Roman, gewohnt treffsicher übersetzt von Eva Profousová, ist ein provozierender Kommentar zu den Fallstricken der modernen Erinnerungskultur...«

Bettina Kalbach, Der Tagesspiegel

»Ein Buch, in dem es im Kern um die Deutungsmacht über Geschichte geht. Fesselnd geschrieben!«

ZBV Zeitschrift für Bildungsverwaltung 1/2011

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