Wojciech Kuczok
Dreckskerl - Eine Antibiographie

Aus dem Polnischen von Gabriele Leupold und Dorota Stroinska
Dreckskerl
Leseprobe » Bestellen »


D: 7,99 €
A: 8,30 €
CH: 11,90 sFr

Erschienen: 23.01.2012
suhrkamp taschenbuch 4314, Broschur, 173 Seiten
ISBN: 978-3-518-46314-7

Inhalt

Das Haus der Familie K. hat die deutsche Besatzung überstanden und blieb von Bomben verschont, muß aber nach Kriegsende mit einem proletarischen Ehepaar geteilt werden. Der „alte K.“, ein gescheiterter Künstler, sieht sich in der Umgebung von Bergleuten, in Schmutz, Gestank und Verwahrlosung seiner Lebenschancen beraubt und tobt seine Frustration an seinem Sohn, dem „Dreckskerl“, aus - bis dieser zum Gegenschlag ausholt.

Dreckskerl erzählt von dramatischen Wendungen der deutschen und polnischen Geschichte im 20. Jahrhundert, deren Gewalt sich im Leben der Familie K. fortsetzt. Mit dieser „Antibiographie“, einer nachtschwarzen Variante des Bildungsromans, hat der junge Autor, ähnlich wie einst Thomas Bernhard, eine geheiligte Institution seiner Gesellschaft ins Mark getroffen. Dreckskerl gehört bereits heute zum Kanon der polnischen Gegenwartsliteratur.

Pressestimmen

»Wojciech Kuczok ist ein Star der jungen polnischen Literatur – und das verdankt er vor allem seinem ersten und bislang einzigen Roman Dreckskerl, der gerade in deutscher Übersetzung erschienen ist. (...) Dreckskerl ist ein böses, auf eigentümliche Weise lustiges Buch, sprachlich und dramatisch so furios und konzentriert, wie es in der europäischen Literatur von heute ziemlich einzigartig ist. (...) Das Kunststück von Dreckskerl besteht darin, dass Kuczok das Leid des kleinen Jungen zwar poetisch und erschütternd erzählt, aber zugleich als große Burleske, als Schelmenroman.« 
Der Spiegel
»…Ein literarisches Großereignis. … Man könnte sagen, Kuczok habe den Bernhard-Sound eigenständig weiterkomponiert. … Und eben darum so übertragbar und auch außerhalb von Polen ein glühendes Lektüreerlebnis.«
Die Furche
»Dieser Roman ist ein großes literarisches Versprechen.«
Bettina Schulte, Badische Zeitung
»Einer der beeindruckendsten Romane der Saison.«
Ina Hartwig, Frankfurter Rundschau

»Ein herausragendes Werk nicht nur der polnischen Gegenwartsliteratur ... unbedingt lesenswert.«

Ulrich Baron, Die Zeit
»Kuczoks Genie besteht darin, die Klaustrophobie einer ganzen Epoche im Mikrokosmoseiner Familie präzise zu treffen – mit einem Erzählreigen, der sich jenseits der grossen Politik und Geschichte bewegt. Das Debakel und die Tragödie des polnischen 20. Jahrhunderts ist dem Roman als Subtext eingeschrieben. Was sich dem Nukleus des Privaten austobt, ist die Gewalt, die Polen von aussen auferlegt wurde und im Innern als Repression und Opportunismus, Angst und Apathie regiert. Kein Zweifel: Von Wojciech Kuczok wird noch viel zu hören und zu reden sein.«
Neue Zürcher Zeitung

Videobeiträge

Kommentieren