Alissa Ganijewa
Eine Liebe im Kaukasus - Roman

Aus dem Russischen von Christiane Körner
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Erschienen: 08.08.2016
Gebunden, 240 Seiten
ISBN: 978-3-518-42554-1
Auch als eBook erhältlich

Eine Liebe in einer Welt von Korruption und Terrorismus


Marat, ein junger Anwalt, kehrt aus Moskau in seine Siedlung am Kaspischen Meer zurück. Seine Eltern haben bereits den Hochzeitssaal gebucht. Sie sind fieberhaft dabei, ihrem Sohn eine geeignete Braut zu präsentieren, während ihn der Fall einer ermordeten Bürgerrechtlerin nicht loslässt. Patja, auch sie aus Moskau zurückgekehrt, versucht sich vor den Nachstellungen Timurs in Sicherheit zu bringen, mit dem sie sich fünf Monate lang auf Facebook geschrieben hat und der sie, zur Freude der Eltern, partout heiraten will.

Die Präsentation der Kandidaten, ein wandernder Brautzirkus, führt quer durch die Milieus. Während des Vorstellungsmarathons kreuzen sich die Wege von Patja und Marat, die sich heftig ineinander verlieben. Romeo und Julia auf dem kaukasischen Dorf? Die Sache geht in der Tat nicht gut aus. Doch nicht die Eltern haben dabei ihre Finger im Spiel, sondern ein mafiotischer Krimineller, der zur falschen Zeit aus dem Gefängnis entlassen wird.

Alissa Ganijewa, eine mutige, weltoffene Schriftstellerin, erzählt diese Liebesgeschichte in zarten, rebellischen, zornigen Sätzen. Dialogreich, in komischen, oft skurrilen Szenen zeichnet sie das Bild einer Gesellschaft, in der globalisierte Lebensformen und traditionell geprägte Familienstrukturen, Archaik und Moderne aufeinanderprallen, während Korruption und Terrorgefahr ihr buchstäblich die brüchigen Fundamente wegzusprengen drohen.

Pressestimmen

»Die Lektüre nimmt gefangen, und dies nicht nur wegen des klugen Romanaufbaus, der Perspektivenwechsel und der mit Jugendslang und Elementen dagestanischer Idiome angereicherten sprache, die Christiane Körner glänzend ins Deutsche übertragen hat.«

Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

»Nach der Lektüre von Eine Liebe im Kaukasus muss man festhalten: An dieser Autorin führt kein Weg vorbei.«

Moritz Scheper, DIE ZEIT

»Ein moderner Liebesroman, angesiedelt in einer rückständigen, von Volksglauben und Clanstrukturen geprägten Welt.«

Nina Apin, taz. die tageszeitung

»Alissa Ganijewa schreibt urkomisch, absurd und manchmal auch schockierend ... [sie] erzählt auf so liebevolle Art und Weise, dass der Leser zwar den Kopf schüttelt über die patriarchalischen Überzeugungen und abergläubischen Ängste ihrer Protagonisten, aber fasziniert eintaucht in diese archaische Welt ...«

Brigitte 21/2016

»Was sich stellenweise wie eine Beziehungskomödie liest, bildet den Hintergrund für sehr viel Tiefergehenderes ... So gelingt der Autorin mit Eine Liebe im Kaukasus das Kunststück, keine schwarzweiße Problemlektüre abzuliefern, sondern einen nuancenreichen, realistischen, nicht überschwenglich romantischen Roman aus einer unruhigen Weltregion.«

Clemens Hoffmann, SWR

»Alissa Ganijewa gelingt es, den weiblichen und den männlichen Blick, die Siedlung im Kaukasus und die Welt von Moskau, die energischen Mütter mit ihren Heiratsplänen und die verfeindeten Moscheen in dem Dorf in einen spannenden Roman zu fassen.«

Erika Achermann, St. Galler Tagblatt

»Kriegen sie sich trotzdem? Das sei hier nicht verraten. Nicht nur, um das herauszukriegen, lohnt sich dieser stark von Dialogen lebende, von Situationskomik überquellende Liebes- und Gesellschaftsroman von der Südflanke des russischen Reiches unbedingt.«

Martin Ebel, Tages-Anzeiger

»Feinfühlig und mit Blick fürs Detail schildert Alissa Ganijewa das Verhältnis von Tradition und Moderne in einer Siedlung am Kaspischen Meer.«

Melanie Schippling, BÜCHERmagazin 1/2017

Kommentare

»Es ist mein erster Roman von Alissa Ganijewa, und ich muss sagen ich war sehr begeistert von der Geschichte. Es ist ein wahres facettenreiches Meisterwerk, mit politischen und familiären Hintergründen. Sie gewährte einem tiefe Einblicke in das muslimische Familienleben und Leben der Menschen im Kaukasus. Ihr Schreibstil ist sehr klar und kraftvoll, sie reißt einen mit beim Lesen. Ein sehr anspruchsvoller Roman, mit dem man sich auseinandersetzen muss, sehr viel erfährt und neues hinzulernt, was einem nicht bewusst war. Ihre Figuren sind sehr lebendig, und bildhaft beschrieben. Man konnte beim Lesen hinter die einzelnen Fassaden und Charaktere blicken, es waren Menschen aus Fleisch und Blut. Sehr schön und hilfreich fand ich auch zum Schluss das Glossar und das Nachwort von Christiane Kröger. Ein wirklich mutiger Gesellschafts- und Familienroman, den ich nur weiterempfehlen kann.«
Arietta, 29.06.2017

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