Eugenijus Ališanka
Exemplum - Gedichte

Aus dem Litauischen von Claudia Sinnig
Exemplum
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D: 14,90 €
A: 15,40 €
CH: 21,90 sFr

Erschienen: 14.03.2011
Gebunden, 111 Seiten
ISBN: 978-3-518-42051-5

Inhalt

Eugenijus Ališanka, einer der wichtigsten jüngeren Lyriker der Gegenwart, legt nach seinem vielbeachteten Werk aus ungeschriebenen geschichten (2005) einen neuen Gedichtband vor. Ein ruhelos Reisender, a poet on the road, durchmißt er die Räume des neuen Europas, auf den Spuren seiner politischen und kulturellen Topographie. Leere Wachtürme stehen in versehrten Landschaften; die Städte und Provinzen zwischen Vilnius und Venedig bergen ungezählte Erinnerungen, eigene und fremde, eingefärbt von uralter Erfahrung. Wie Zbigniew Herbert, den Ališanka ins Litauische übersetzt hat und dem er als Autor viel verdankt, hält sein lyrisches, Rollen spielendes Subjekt Zwiesprache mit Dichtern und Philosophen: Epikur und Empedokles, Dante und Proust, Milosz und Barthes.
Seine reimlose, prosodische Lyrik kommt erzählerisch, oftmals auch recht ironisch daher: wenn etwa Odysseus ins heutige »nichtraucher-europa« heimkehrt. Diese Gedichte verweisen nicht auf sich selbst, sondern öffnen den Blick für die Wirklichkeit, die sich in ihnen verfangen hat. Mit traumwandlerisch leichter Hand geschrieben, wirken sie wie die Seiten eines imaginären Reisetagebuchs.

Pressestimmen

»Fast immer ist dieser ernüchterte Dichter unterwegs, ohne dass man ihn doch als Reisepoeten bezeichnen könnte, der nur touristische Impressionen sammeln würde. Vielmehr huscht Alisanka über die Kontinente wie jener Geist, den er einmal besingt. Claudia Sinnig zeigt in ihren Übersetzungen großes Gespür für die ›separatische stimmung‹ in Alisankas Kopf. Mit schnellen Zeilensprüngen legt er seine freien Rhythmen über die Seiten.«

Nico Bleutge, Süddeutsche Zeitung

»exemplum [wurde] von der Übersetzerin Claudia Sinnig mit einem höchst informativen und kundigen Nachwort versehen. Ališankas Poeme kommen ganz leichtfüßig daher, in rhythmischem Parlandoton und konsequenter Kleinschreibung, seine Verse sind von verschmitzter Ironie und kunstvoller Beiläufigkeit, und doch schimmert immer wieder die reiche lyrische Tradition durch, der sich Eugenijus Ališanka verpflichtet fühlt.«

Andreas Wirthensohn, Wiener Zeitung extra

»Ališanka spielt raffiniert mit Traditionen und Quellen, um die hehren ‚Vorbilder‛ durch sein knappes, kritisch distanziertes Parlando zu unterlaufen. … Mit zersetzender Ironie begegnet Ališanka indes nicht nur dem Ich, sondern auch Lebensentwürfen, dem Hamsterrad des Alltags, literarischen Moden und Genres, dem ‚nichtraucher-europa‛, dem Pathos der Liebe und dem lieben Gott.«

Ilma Rakusa, Neue Zürcher Zeitung

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