» ... mit elf Stunden Material auf vier DVDs ein groß angelegtes Unterfangen. Es handelt sich dabei um eine Fortsetzung zu den Nachrichten aus der ideologischen Antike, mit denen Kluge vor einem Jahr den Kapitalismus ins Visier genommen hatte ... Informationen, Deutungen, Auskünfte, Phantasmagorien, Details, Meinungen, Geschichten, Filmschnipsel, Zitate, Zeichen. Der Begriff des Vertrauens, den Kluge ausdrücklich als ›GEGEN-KAPITAL‹ bezeichnet, dient dabei als Schlüssel zu den zahlreichen Verstehensmöglichkeiten der dramatischen Ereignisse seit dem Zusammenbruch der Bank Lehman Bros. im Jahr 2008. In rund 120 Kapiteln kreist Früchte des Vertrauens den gesellschaftlichen Zusammenhalt ein, der über Geld und die damit verbundene spezifische Zeitlichkeit vermittelt wird.«
Bert Rebhandl, Frankfurter Allgemeine Zeitung
»Früchte des Vertrauens ist ... das Gegenteil eines Thesenfilms, sondern eine Sammlung von Material, Gedanken, auch entlegenen, und von komischen Einfällen über Geld und Vertrauen. Alexander Kluge ist mit diesem Film ein Gegenentwurf zu Michael Moores Kapitalismus - eine Liebesgeschichte gelungen, der zurzeit in den Kinos läuft. Der im Grunde autoritäre Filmemacher Moore weiß über Gut und Böse, Richtig und Falsch von Anfang an Bescheid. Der ältere, viel verspieltere Kluge betrachtet die Wirklichkeit neugieriger und offener, er lässt den Zuschauern Freiheit.«
Harald Martenstein, Tagesspiegel
»Nach seiner Verfilmung von Marx' ›Kapital‹ ist das nun der zweite Beweis, dass Kluges Wirtschaftsweise in geistiger Hinsicht jedenfalls funktioniert. Was er liefert, wirkt ungemein frisch. ... Es geht Kluge um den nachhaltigen Anbau eigensinniger Gedanken, wachen Geschichtsbewusstseins und um die Pflege des Sinnes für das Einmalige und Schöne. Von diesen Früchten nährt sich das Humane, das Grundvertrauen, das jeder Mensch in dieser Welt braucht, sobald er zu atmen beginnt. Teil I der DVD-Edition setzt sich mit diesem merkwürdigen Ding ›Geld‹ auseinander. Teil II führt in Situationen, in denen Geld überhaupt nichts ausrichten kann. Teil III widmet sich dem Zigarettenanzünden in dünner Luft und Teil IV fragt, worauf wir uns noch verlassen können. ... Krise der Ökonomie bedeutet nicht Krise des Denkens.«
Eckhard Fuhr, Die Welt
»Kluges Filme sind Apparate, die unsere Wahrnehmung auf existenzielle Fragen fokussieren, ohne uns die Antworten abzunehmen. Wiederholungen bekannter Motive und Geschichten aus älteren Arbeiten gehören dazu. Die Unverbrauchtheit, mit der der 77-jährige Autor sein ganz persönliches Aufklärungsprojekt vorantreibt, ist aufregend genug.«
Stuttgarter Zeitung