Julia Kissina
Frühling auf dem Mond - Roman

Aus dem Russischen von Valerie Engler
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D: 18,95 €
A: 19,50 €
CH: 27,50 sFr

Erschienen: 11.03.2013
Gebunden, 252 Seiten
ISBN: 978-3-518-42363-9
Auch als eBook erhältlich

Ein Kindheitsmosaik aus dem untergegangenen Kiew der siebziger Jahre

Kiew, späte Breschnewzeit. Julia, ein so verträumtes wie rebellisches Mädchen, wächst im Milieu der bürgerlichen jüdischen Intelligenz heran. Während ihr Vater, der in ständiger Angst lebt, denunziert zu werden, Texte für eine Zirkusrevue schreibt, unterhält sie sich nachts mit den Führern des Weltproletariats. Ein älterer Herr, der sich als Pole ausgibt und Werke über die französische Küche verfasst, zeigt ihr das Anatomische Theater aus zaristischer und weißgardistischer Zeit. Das in Gärten versteckte Gebäude, die Aura des Todes und der materiellen Auflösung ziehen sie magisch an. Hier lauert ein Wissen, der »Lunatismus«, eine im Mondlicht gesteigerte Selbstwahrnehmung, mit dem sie sich den Zumutungen einer bedrängenden Realität entziehen kann.

Traurig, wütend, mit visionärer Sprachkraft begabt, beschreibt Julia Kissina ihre sowjetische Kindheit vor dem Hintergrund des physischen und ideellen Zerfalls der Stadt Kiew und ihrer Bewohner. Die Museen und Parkbänke, die verschlungenen Gässchen und Hinterhöfe der Altstadt mit ihrem dahinsiechenden Abendlicht in den schmutzigen Pfützen, bleiben dem Leser unvergesslich.

»Ein Meisterwerk aus dem Geiste von Fellinis Amarcord.« Dmitri Bawilski

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Kommentare

»›Frühling auf dem Mond‹ ist herrlich schrill und gleichzeitig von einer tiefen Ernsthaftigkeit geprägt. Ich habe etwas Zeit gebraucht, um mich auf die Stimme dieses seltsamen Mädchens einzulassen, das tieftraurig, altersweise und rebellisch ist. Ich glaube aber, dass genau solche Romane wichtig sein können für die Literatur: ›Frühling auf dem Mond‹ ist verrückt, doch dieses Verrückte muss einen nicht abstoßen, es kann etwas mit einem machen. Julia Kissina hat einen lesenswerten Roman geschrieben, über die Liebe, Nostalgie und Kindheitserinnerungen.«
buzzaldrins.wordpress.com, 05.03.2014

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